Schöftland

Repair-Café findet sogar Kunden sogar aus Aarau

Das Repair Café im Alterszentrum ist erfolgreich gestartet.

Einen solchen Betrieb hat das Alterszentrum kaum je gesehen: In einem Mehrzweckzimmer melden sich die Leute mit ihrem defekten Gerät, füllen einen Fragebogen aus und tauchen mit einem Fachmann oder einer Fachfrau in die Unterwelt der Alterswohnungen. Meinrad Popotnig aus Aarau bringt einen Sonnenschirm, dessen Holzstab nicht in die Fassung des Ständers passt. Kurt Baumann und Rudolf Stäuble schleifen das Holz ab und bringen es zum Passen. Sie gehören zu den freiwilligen Reparateuren.

Kurt Hauri von der Seniorenvereinigung, die zusammen mit Alterskommission und Frauenverein das Café vor Ort führt, ist ein Praktiker durch und durch: «Wir können die Infrastruktur nutzen, Maschinen, Material. Es hat Schränke, wo wir unsere Sachen versorgen können.» So umschreibt er die Win-win-Situation, die auch dem Zentrum etwas bringt. Leben nämlich, Durchmischung im Publikumsverkehr: Am Samstag ist etwas los im Alterszentrum.

Elektro-Reparaturen gefragt

Nicht immer geht es so einfach wie in der Holzwerkstatt. Elektronik, Elektrik, aus diesen Gebieten kommen die mit Abstand meisten Reparaturbegehren. Die Idee: Es wird möglichst gemeinsam repariert. Ersatzteile kann das Repair Café nicht bieten, wohl aber heisse Tipps. So schickt Kurt Hauri Schärlis aus Menziken in den Laden, um einen Kippschalter zu kaufen. Kollege Adrian Baumann wird die Lampe dann flicken.

Adolf Rössler repariert den Drucker von Regula Herzig aus Aarau-Rohr, der mit einer Fehlermeldung aufgewartet hat. Er öffnet ihn und entfernt das kleine versteckte Stück Papier. Und die Kundin revanchiert sich mit einer grosszügigen Spende. Überhaupt: Die Dienstleistung wird geschätzt, zumal es noch Kaffee und Kuchen gibt.

Irene Thalmann aus Muhen kommt mit einem Transistorradio, der nicht mehr tut. «Ich hatte vor, nach Suhr ins Repair Café zu gehen, aber hier ists eine Woche früher», sagt sie. Der Reparateur nimmt den Lötkolben in Betrieb. Ein Werkzeug, das Kontakte schafft.

Ein Brezeleisen, das nicht mehr warm wird, ein alter Stabmixer, der nur noch Töne von sich gibt, aber sich nicht mehr dreht. Er kommt ebenso wieder ins Laufen wie eine uralte Nähmaschine. Aber der Scooter mit dem verbogenen Lenker? Werner Häfliger braucht einen Schraubstock, aber auch dann ist der Erfolg nicht garantiert: «Entweder gohds, oder de lohds.» Er schaffts; das Kind strahlt.

Jürg Hochuli von der Alterskommission ist «völlig überwältigt» von der ersten Auflage des Repair Cafés: «Wir haben ein super Team von Frauen und Männern, die tatsächlich fast alles flicken können.»

Das Repair Café setzt ein Zeichen gegen das Wegwerfen und die Müllberge. Unterstützt wird es von der Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz. In der Region gibt es solche Cafés in Suhr, Aarau, Zofingen, Lenzburg, Sursee. Am 11. Mai ist das Repair Café Schöftland zum nächsten Mal offen.

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