Abfall

Reitnau stellt um auf die gewichtsabhängige Abfallgebühr

Neu auch in Reitnau: Kehrichtgebühren nach Verursacherprinzip. (Archiv)

Neu auch in Reitnau: Kehrichtgebühren nach Verursacherprinzip. (Archiv)

Ab nächstem Jahr gilt in der Gemeinde Reitnau die gewichtsabhängige Abfallgebühr. Der Gemeinderat geht davon aus, dass die Bürger je nach Haushaltsgrösse etwas mehr oder etwas weniger für die Abfallentsorgung bezahlen müssen.

Seit Montagabend ist Wiliberg die einzige Gemeinde im Bezirk Zofingen – und eine der ganz wenigen im Kanton Aargau –, die noch keine verursachergerechte Abfallgebühr anwendet.

Reitnau, die zweitletzte Gemeinde mit demselben Problem im Bezirk, hat an der Gmeind nun die Umstellung auf eine gewichtsabhängige Abfallgebühr auf Anfang 2015 beschlossen. Attelwil und Staffelbach, die andern zwei Gemeinden ohne verursachergerechte Gebühren, hatten auf den 1. Januar 2014 die Sackgebühr eingeführt.

Auf Befehl des Bundes

Die Einführung einer verursachergerechten Abfallgebühr wurde vom Bund befohlen und hätte bereits in allen Gemeinden des Landes Anfang 2014 in Kraft treten sollen. Für Reitnau und Wiliberg wurde die Frist aber bis Ende 2014 verlängert. Hat sich Wiliberg bis zu diesem Datum noch nicht entschieden, welches System es einführen möchte, entscheidet der Kanton. Dann heisst es entweder Sackgebühr oder gewichtsabhängige Abfallgebühr.

Unter Berücksichtigung der Vorgaben der Umweltschutzgesetztgebung von Bund und Kanton beantragte der Gemeinderat der Bevölkerung von Reitnau die Einführung der gewichtsabhängigen Abfallgebühr. «Die Gemeinde Unterkulm wende dieses System seit Jahren mit Erfolg an», sagte Vizeammann Rolf Trösch bei der Vorstellung des Traktandums. «Wir haben uns die Sache mehrfach vor Ort angeschaut und uns mit der Bevölkerung ausgetauscht.» Dabei sei diese voll des Lobes über dieses System, sagte Rolf Trösch weiter.

An der Gmeind im Juni 2013 wurden die Stimmberechtigten von Reitnau über die Einführung der gewichtsabhängigen Abfallgebühr informiert. Drei Monate später wurde der Entwurf des Abfallreglements mit Gebührentarifen an einer gut besuchten Orientierung genauer vorgestellt. Am Montag wurde das System von den Stimmberechtigten nun angenommen, und es wird auf 1. Januar 2015 eingeführt.

Die einen fahren besser

«Wir gehen davon aus, dass die durchschnittlichen Gebühren im gleichen Rahmen ausfallen werden wie bisher», blickt Vizeammann Rolf Trösch voraus. Das heisst: Die Grundgebühr kostet wie bisher 135 Franken, neu kommen die Andockgebühr von 50 Rappen pro Leerung (80 Rappen bei einem Container über 340 Liter) und 20 Rappen pro Kilo Abfall dazu. Bei einem Einpersonenhaushalt wird die neue Variante der Abfallbeseitigung laut Schätzungen der Gemeinde etwas teurer werden und neu 194 Franken kosten (bisher 167.40 Franken).

Ein Mehrpersonenhaushalt fährt etwas günstiger, neu kostet es geschätzte 268 Franken (bisher 286.60 Franken). Die Gemeinde stellt jedem Haushalt einen 140- oder 240-Liter-Container kostenlos zur Verfügung, wer einen grösseren Container möchte, kann diesen über die Gemeinde zu vergünstigten Konditionen beziehen. Bei Mehrfamilienhäusern entscheidet der Eigentümer über die Grösse der Container.

«Jeder Haushalt kann einen Teil seiner Ausgaben für die Abfallentsorgung selbst bestimmen», sagt Rolf Trösch. «Wer seinen Abfall gezielt sortiert und der Wiederverwertung zuführt, kann Geld sparen und hilft erst noch, die Umwelt zu schonen.»

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