Einen Zentrumsplatz sucht man in Reitnau vergebens. «Wo das Dorfzentrum in Reitnau ist? Das ist eine schwierige Frage», sagte ein Mechaniker der HBB Garage gegenüber dem Gasthof Bären.

Als Begegnungszonen und Treffpunkte gelten eben der Gasthof, unmittelbar bei der Bushaltestelle, und die vor Kurzem wiedereröffnete Bäckerei Hunger. Vorwiegend als Dorfzentrum empfunden wird aber der Pausenplatz des Schulhauses, der neben Kirche, Gemeindeverwaltung und Mehrzweckhalle steht.

«An Turnabenden oder am Dorffest ist dort viel los. Früher ging ich oft dorthin, um mit Freunden Fussball zu spielen», sagt der 23-jährige Benjamin. «Kollegen treffen wir entweder in unserer Klubhütte oder beim Schulhaus», sagen die Kollegen Marco und Pascal, beide 16 Jahre alt. Gemäss den beiden gehen Eltern oft mit ihren Kindern auf den dortigen Spielplatz.

Damit der Pausenplatz seiner Zentrumsfunktion gerecht wird, möchte die Schulpflege ihn umgestalten. «Naturnah» und «lauschig» soll er werden, Jung und Alt sollen dort gerne verweilen und anderen Menschen begegnen.

«Wir haben an eine kleine Arena gedacht, mit vielen Pflanzen und Sitzgelegenheiten. Das gibt es in Reitnau nirgends», sagt Beat Burkhalter, der in der Schulpflege Reitnau verantwortlich ist für die Infrastruktur.

Die Recycling-Sammelstelle soll verschoben werden und an deren Stelle eine Kletterwand, eine Korbschaukel, ein Weiden-Tunnel und ein erlebnisorientierter Wasserlauf entstehen. Die Schulpflege hat gemeinsam mit der Umweltagentur ecoviva ein Grobkonzept erstellt. Man hat die Schüler nach ihren Bedürfnissen befragt, im anstehenden Vernehmlassungsverfahren sollen sich Dorfvereine und Eltern äussern.

Neue Anlage soll pflegeleicht sein

«Wohl jeder zweite Reitnauer hat auf diesem Pausenplatz Velo fahren gelernt», sagt Burkhalter. In diesem Sinn soll der neu gestaltete Pausenplatz umso mehr zum Bewegen anregen. Zum Beispiel soll die Spielwiese länger im Jahr bespielt werden können. «Wir schauen, dass die neue Anlage nicht sehr pflegeintensiv wird», sagt er.

Angst, dass sich ungewollte Gruppierungen auf dem neuen Pausenplatz ansammeln und Schäden verursachen, hat Burkhalter nicht. «Angst ist ein schlechter Ratgeber», sagt er. «Wir planen, die Schüler bei der Erstellung einzubeziehen. Was man mitgebaut hat, wird man kaum kaputt machen wollen.»

Neugestaltung in Etappen

Als Nächstes steht das Vernehmlassungsverfahren an, danach wird die Bevölkerung darüber entscheiden. Bis der Pausenplatz umgestaltet wird, kann es noch ein bis zwei Jahre dauern. «Wir möchten die Neugestaltung etappenweise vornehmen, alles auf einmal können wir nicht machen», sagt Burkhalter. Da die Gemeinde demnächst das Feuerwehrmagazin erweitern muss, werden sich die Projekte auf dem Pausenplatz zudem überschneiden.