Reinach
Reiter beschädigen Waldwege – die Verbotstafeln für Pferde häufen sich

In Reinach haben Reiter mit ihren Pferden Waldwege beschädigt. Sie waren auf Wegen, auf denen sie nicht geduldet sind. Zu Nutzungskonflikten im Wald kommt es immer wieder. Wer die Kosten übernimmt, ist je nach Gemeinde unterschiedlich.

Ramona Patt
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Im Reinacher Sonnenberg kommt kein Pferd mehr durch.

Im Reinacher Sonnenberg kommt kein Pferd mehr durch.

Peter Siegrist

Bei der Gemeinde Reinach gingen zahlreiche Reklamationen wegen beschädigter Waldwege ein. Wie das «Wynentaler Blatt» berichtete, waren Reiter auf unerlaubten Wegen unterwegs.

Nun lässt eine Abschrankung am Reinacher Sonnenberg keine Pferde mehr durch. «Es ist ein flächendeckendes Problem», erklärt Erwin Städler, Kreisförster des Forstkreises Aarau-Kulm-Zofingen. Nicht selten würden die Wege von Reitern und deren Pferden sowie von Bikern beschädigt.

Gemäss dem Waldgesetz des Kantons Aargau dürfen Reiter nur auf Waldwegen und -strassen unterwegs sein. Abseits von diesen ist Reiten wie auch Biken verboten. «Es gibt sogenannte unbefestigte Maschinenstrassen», erklärt Benjamin Suter, Forstingenieur der Abteilung Wald am Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau. Diese seien aber der forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung vorbehalten.

Reiter und Biker nicht erlaubt

Auf solchen Wegen werden Reiter und Biker nicht geduldet. Warum sind dann Forstmaschinen kein Problem? «Die Wege werden nur alle fünf bis zehn Jahre bei Holzschlag mit Maschinen befahren», erklärt Städler. So könne sich der Boden von den schweren Maschinen wieder erholen.

Auch Kreisförster Städler hat schon den einen oder anderen Reiter erwischt und zur Rede gestellt. «Die Reaktion war nicht sehr erbauend», erinnert er sich.

Zur Anzeige kam es jedoch nie: «Wir machen sie lediglich auf das Verbot aufmerksam.» Das bestätigt auch die Polizei: An Reklamationen oder gar Verzeigungen kann sich Dieter Holliger, Chef der Regionalpolizei Aargau Süd, nicht erinnern.

Nutzungskonflikt im Wald

Dem Waldwirtschaftsverband ist der Nutzungskonflikt bekannt. Doch sei die Bezahlung der Unterhaltskosten der Waldwege ein grösseres Thema, sagt Theo Kern, Geschäftsführer des Verbandes. «Es sind nicht nur Reiter, die Kosten verursachen», stellt er klar. Auch Waldbesucher hätten oft die Erwartung, mit Halbschuhen und Kinderwagen durch den Wald spazieren zu können.

«In einigen Gemeinden wurden bereits Lösungen für die Kostenübernahme gefunden», erklärt Kern weiter. Es gäbe Einwohnergemeinden, die sich an den Unterhaltskosten beteiligten.

Bei anderen müsse der Waldeigentümer selbst für die Kosten aufkommen. Wie viele Gemeinden es tatsächlich sind, weiss Kern nicht: «Ich schätze, dass sich zwischen 25 und 50 Prozent aller Aargauer Gemeinden an den Kosten beteiligen.»

Verbotsschilder sind keine Lösung

Vonseiten der Reiter sind die Verbotstafeln und Abschrankungen keine Lösung. Regula Estermann, Präsidentin des Pferdesportverbands Nordwest, schlägt vor: «Die Gemeinden sollen sich mit uns in Verbindung setzen und wir schauen für eine gemeinsame Lösung.» Die Waldnutzung der Reiter sei ein ständiges Thema.

Weil der Wald als Erholungsgebiet immer mehr unter Druck gerät, müsse man schauen, dass man aneinander vorbeikomme. Estermann sagt: «Verbotsschilder sind nur eine Symptombekämpfung, aber keine Lösung.»

Weiter legt sie ihren Mitgliedern den Verhaltenskodex nah. Auch Samuel Huber, Präsident des Reitvereins Wynental, zeigt seinen Schülern, welche Wege sie nehmen dürfen und welche nicht.