Für 15 Franken ins Theater. Wo gibts das noch? Im Saalbau Reinach. Die Theatergruppe Tandem machts möglich. Rolf Rubin ist zwar kein Gründungsmitglied, aber seit der ersten Produktion 1993 als Spieler dabei.

«Wir haben über eine moderate Erhöhung der Eintrittspreise diskutiert», sagt er, doch sie sei nicht mehrheitsfähig gewesen. Ein deutlicher Ausdruck der Vereinsphilosophie, seit Anbeginn. «Wir wollen auch dem Büezer oder älteren Leuten die Möglichkeit bieten, für zwei bis vier Stunden den Alltag zu vergessen und abzuschalten», sagt Rolf Rubin.

Immer etwas zu lachen

«Ich wollte Theater spielen; deshalb trat ich in dem Verein bei», sagt Rolf Rubin, seit diesem Jahr Vizepräsident des Vereins. Und er hat bis auf zwei Produktionen in allen Lustspielen, Komödien und Schwänken mitgespielt.

Er sei schon als Schüler nie um eine Antwort verlegen gewesen, erinnert er sich. Das kommt ihm beim Spielen zu-gute, wo es darum geht, das Publikum zu unterhalten, zum Lachen zu bringen mit Sprüchen, Wortwitz und Situationskomik.

Ungeplante Situationskomik komme auch an den Proben vor, schmunzelt Rubin, aller ernsthaften Arbeit zum Trotz. «Es gibt keine Probe, an der wir nichts zu lachen haben», sagt er. Und einmal habe man gar während der Vorstellung den Vorhang ziehen müssen, weil die Spieler vom ersten in den dritten Akt gefallen seien.

«Wie früher in der Schule»

Rolf Rubin ist seit über 30 Jahren im Transportgewerbe tätig. Als Eigentümer der Firma RR Dienstleistung GmbH vermietet er sich als Car- und Lw-Chauffeur bei diversen Unternehmungen. Was läge da näher, als beim Fahren ab Kassette den Text zu hören und so in den Kopf zu bringen?

«Ich kenne Kollegen, die das so machen», sagt er, «aber ich mache es wie früher in der Schule.» Lesen, abdecken, memorieren. Die Sätze des Dialogpartners lesen, den eigenen Einsatz abdecken. Eine aufwendige Sache.

Dass er den vorgegebenen Text in seinen Dialekt umsetzt, ist klar: reden, wie einem der Schnabel gewachsen ist. «Es muss einem wohl sein in der Rolle», sagt Rolf Rubin. So würden auch Sätze und Szenen etwas angepasst: «Liebesszenen sind besonders schwierig zu spielen.»

Das Theater Tandem mit seinen 19 Mitgliedern ist wie eine grosse Familie. Dieses Jahr mussten zwei Darstellerinnen krankheitshalber kurzfristig – das Programm war bereits gedruckt – Forfait erklären.

Nun sind zwei Frauen eingesprungen, die eigentlich einmal hätten pausieren wollen. Man lässt die Kollegen nicht hängen. «Wenn der Teufel den Lätzen genommen hätte, wäre auch die Regisseurin eingesprungen», sagt Rolf Rubin. Und jedes Jahr bräuchte er solche Geschichten nicht, da reichen die Turbulenzen im Stück.

Begehrte Plätze

Heuer ist die ganze Familie Rubin im Theater engagiert: Vater Rolf und Tochter Ilona auf der Bühne, Mutter Priska als Hilfe, wo es sie braucht, beispielsweise bei der Dekoration. Tochter Marion an der Bar. Der Lohn ist die Dankbarkeit des Publikums. Im Saalbau haben pro Vorstellung an Tischen 150 Personen Platz. Dazu kommen Plätze auf dem Balkon, die nicht reserviert werden können.

«Wenn der Vorverkauf beim ‹Gwürzsack› eröffnet ist, stehen die Leute an, um ihre Plätze zu kriegen», weiss Rolf Rubin. Ja, die Theatergruppe Tandem kann sich auf ein Stammpublikum verlassen. 800 bis 900 Personen wollen sich mit den komödiantischen Talenten amüsieren. Am 9. September ist Premiere des Lustspiels «Reini Närvesach».