Reinach
Kommt nach dem Coronafrust die grosse Kulturlust?

Der Saalbau Reinach gibt nach einer Saison zum Vergessen Gas mit 25 Vorstellungen ab Oktober 2021.

Peter Weingartner
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Auch Pepe Lienhard kommt nach Reinach.

Auch Pepe Lienhard kommt nach Reinach.

Gaetan Bally / KEYSTONE

Der Saalbau Reinach lebt und hofft: Nach einer coronaverkorksten Unsaison lockt zwischen dem 16. Oktober 2021 und dem 7. Mai 2022 ein überaus dichtes Programm. Die Saalbaukommission scheute keine Mühen, ihre Kundschaft zufriedenzustellen: stornieren, Geld zurück, spenden, Ersatzticket? Nun regiert die Zuversicht. Der Saalbau kann auf rund 450 Abonnenten zählen, die beispielsweise für sechs Vorstellungen nach Wahl 315 Franken bezahlen. Und diese Stammkunden stehen in der Poleposition, wenn es um Tickets für die 25 Vorstellungen – teils verschobene aus der letzten Saison, teils neue – geht. Für die anderen geht der Vorverkauf am 24. August los.

Corona beeinflusst die Anzahl Plätze

Corona bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Gibt es weitere Lockerungen? Keine Maskenpflicht mehr? Oder das Gegenteil: erneute Verschärfungen? Markus Peter ist optimistisch; man plant mit 100er-Blöcken, was die maximale Zuschauerzahl von 570 um etwa 100 Personen reduziert. Wobei: Der Saalbau ist flexibel einzurichten; der Balkon wird bei Bedarf geöffnet, und meistens sei der Saal mit 200 bis 300 Personen voll.

Hoffen auf Nachholbedarf beim Publikum

Man hofft, dass der Kulturentzug der Coronazeit sich positiv auswirkt als eine neue Lust auf Kultur, auch wenn es vorkommt, dass in einer Woche zwei Vorstellungen stattfinden: 4. November Kriminaltheater, 6. November Oropax. «Wir haben darauf geachtet, dass das Vorstellungen aus verschiedenen Genres sind», sagt Daniela Marzohl. Von wegen Abwechslung: Sie ist gross, wenn auch Comedy, freilich in unterschiedlichen Formen, dominiert. Helga Schneider (Startevent am 16. Oktober) und Barbara Hutzenlaub lassen sich schwer mit Hazel Brugger vergleichen. Auch die Männer zeigen ihre eigenen, originären Gesichter: Oropax, Michael Elsener, Pasta del Amore, Mike Müller, Peter Pfändler, Claudio Zuccolini, Ingo Oschmann, Marco Rima, Rob Spence.

Für die Musik sorgen nächste Saison Pepe Lienhard, Argovia Philharmonic, A-Live oder Stefan Roos mit dem Saalbaustadl. Auch an Kinder wird gedacht: Frau Holle und Räuber Hotzenplotz. Und Pedro Lenz holt an einer Sonntagsmatinee seine Lesung nach.

5500 Franken Spenden für die Künstler

Während wegen Corona für rund 10'000 Franken Geld für Tickets oder Abos zurückbezahlt wurde, entschieden sich viele Leute für eine Spende der bereits bezahlten Tickets. Ruedi Hug: «Wir waren hocherfreut und konnten 5500 Franken an die Künstler ausbezahlen.» Eine «tolle Geste», die von den gebeutelten Kunstschaffenden sehr geschätzt worden sei.

Sponsoren aus der Region unterstützen die Saalbaukommission mit rund 80'000 Franken pro Jahr, denn das Ziel, Gagen (220'000 bis 280'000 Franken pro Saison) und Nebenkosten durch die Eintritte kostendeckend zu gestalten, funktioniere nicht immer. Zudem soll der günstigste Platz mit 30 Franken erschwinglich bleiben.

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