Reinach
Fehlendes Angebot im Oberen Wynental: Heilsarmee informiert über Projekt zur Familienförderung

Will eine Reinacher Familie mit älteren Kindern ein Hilfsangebot in Anspruch nehmen, so muss sie teilweise bis nach Aarau fahren. Das soll sich in Zukunft ändern. Die Heilsarmee organisiert dazu eine Infoveranstaltung.

Natasha Hähni
Drucken
Teilen
Am Freitagabend findet die Infoveranstaltung der Heilsarmee auf Zoom statt.

Am Freitagabend findet die Infoveranstaltung der Heilsarmee auf Zoom statt.

Zvg / Dora Kunz / Aargauer Zeitung

Im vergangenen Herbst hat die Heilsarmee Süd in Reinach ein Pilotprojekt zur Familienstärkung ins Leben gerufen. Zurzeit findet dieses hauptsächlich online statt. Um das Projekt bekannter zu machen und allfällige Fragen dazu zu klären, findet am 14. Januar von 18 bis 19.15 Uhr eine Online-Infoveranstaltung statt. «Wegen des kalten Wetters und der Pandemie gehen die Leute weniger aus dem Haus. Das erschwert ihnen, unsere Hilfsprojekte auf normalem Weg zu entdecken und davon zu profitieren», sagt Kinder- und Jugendarbeiterin Mirjam Haldimann von der Heilsarmee auf Anfrage der AZ.

Allgemein gäbe es vor allem für Familien mit älteren Kindern noch viel zu wenig Hilfsangebote in der Region aargauSüd. «Die meisten müssen bis nach Lenzburg oder Aarau fahren, um Hilfe zu erhalten», sagt Haldimann.

Das soll sich im Verlauf des Projekts für Familienförderung in Reinach ändern. Es basiert auf zwei Sozialstudien der Hochschule für Soziale Arbeit Luzern, die im Oberen Wynental durchgeführt wurden. Die eine stammt aus dem Jahr 2008, die andere aus dem Jahr 2018. Neu will die Heilsarmee Aargau Süd «sich bewusst auf erkannte soziale Lücken konzentrieren und spezifische und pragmatische Antworten geben», wie sie in der Medienmitteilung zur Veranstaltung schreibt. Dabei habe sich der vertrauenspädagogische Ansatz als geeignete Methode zur Stärkung von Familien in der Region erwiesen.

Vertrauenspädagogik wird genauer erklärt

«Das erste Ziel der Vertrauenspädagogik ist, zwischen Eltern und Kindern jene hierarchische Vertrauensbeziehung herzustellen (und zu behalten), die wir <Join-up> nennen», schreibt die Organisation. Diese impliziere die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kind und sorge dafür, dass es sich für Kinder richtig anfühlt zu gehorchen und elterliche Überlegungen ernst zu nehmen. «Sinngemäss gilt das auch für die Beziehung zwischen Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrkräften und letztlich für alle Beziehungen», heisst es weiter.

Stefanie Reinmann, Beraterin bei der Fachstelle für Vertrauenspädagogik, wird das Thema an der Online-Veranstaltung erläutern. Weiter wird das Projekt zur Familienförderung genauer ausgeführt. «Beim neuen Angebot handelt es sich nicht einfach um eine Beratung, sondern vielmehr um einen Austausch und gegenseitige Unterstützung mit fachlichen Inputs», ergänzt Haldimann.

Um Interessierte genauer über das Thema informieren zu können, veranstaltet die Heilsarmee die Online-Infoveranstaltung. «Jeder und jede ist willkommen, teilzunehmen», sagt Haldimann. Sie ist inhaltliche Projektleiterin des Events, zu dem man online Informationen abrufen kann.

Aktuelle Nachrichten