Reinach
Die neue Saison startet im Zirkuszelt

Mit «TaB im Zelt» startet das Theater am Bahnhof Reinach am 22. September in die neue Saison.

Natasha Hähni
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Clo Bisaz und Andrea Zielinski auf dem Voco-Areal neben den TaB in Reinach.

Clo Bisaz und Andrea Zielinski auf dem Voco-Areal neben den TaB in Reinach.

Natasha Hähni / Aargauer Zeitung

Die neue Saison des Theaters am Bahnhof (TaB) beginnt mit einemFestivalnebenan– imZirkuszelt vonAndreasMuntwyler, demjüngstenBruderdesZirkusMonti-Direktors Johannes Muntwyler, findet vom 22. bis 26. September «TaB im Zelt» statt.

Muntwyler macht mit seiner Compagnie Roikkuva auch gleich den Start. Gleich zweimal zeigt er seine Aufführung «Empire of Fools». Am Samstag, 25. September,tritt «Stiller Has Duo» auf und am Tag darauf Silberbüxmit demDetektivkonzert «Spure im Sinn». Normalerweise passen 180 Menschen auf die Tribüne des Zirkuszelts «Kulturpalast».

Wegen Coronarestriktionen dürfen am Eröffnungswochenende abernur 100 Menschen zu Besuch kommen. «Wir wollen auf keinen Fall riskieren, nochmal schliessen zu müssen», sagt Clo Bisaz, Betriebsleiter Theaterdes Theaters am Bahnhof.

Hier wird bald das Zirkuszelt stehen.

Hier wird bald das Zirkuszelt stehen.

Natasha Hähni / Aargauer Zeitung

Die eine oder andere schlaflose Nacht

Im Moment sei man an der Ausarbeitung von neuen Formaten und Programmen im Rahmen eines Transformationsprojekts, für welches das TaB Finanzhilfe vom Bund erhält. Mit diesen Geldern konnte man unter anderem Andrea Zielinski für die Kulturvermittlung gewinnen. «Wir wollen für möglichst verschiedene Leute ein Ort der Begegnung und des Austausches werden», sagt sie.

Die Arbeit vergleicht sie mit einem Hochseilakt ohne doppelten Boden. «Wie der im Zirkus», ergänzt sie. Die Unterstützung vom Bund nimmt dem TaBund seinen Betreibern enormen Druck von den Schultern. «Zuvor hatte ich die eine oder andere schlaflose Nacht», erinnert sich Bisaz.

Neben Programmbeiträgen vom Kuratorium und Beträgen von verschiedenen Gemeinden in der Region, sei das TaB – «anders als andere Theater» – bescheiden subventioniert. Im Moment habe man aber einige KMUs, die das Theater unterstützen. «Es gibt einen Malermeister, der vor jedem Saisonbeginn vorbeikommt und fragt, wo man streichen kann», so Bisaz. Die Unterstützung aus der Region schätzt er sehr.

Während Corona in Pension zu gehen sei keine Option

Bald soll auf das Voco-Areal eine grosse Überbauung kommen. Ganz zur Freude von Bisaz:«Die Natur ist wunderbar, aber ich würde mich sehr darüber freuen, in eine gute Überbauung miteinbezogen zu werden.» Dann könnten die Gäste gleich mit den «Finken» ins Kulturhaus gelangen, witzelt Bisaz. Eine Kombination aus altbewährten und neuen Formaten – so sieht die Zukunft des TaBs aus.

«Egal wie das Geld eingesetzt wird, in anderthalb Jahren muss das Kulturhaus selbstversorgend sein», so Bisaz. Der Fokus liege darauf, das Theater nachhaltig abzusichern und neues Publikum zu gewinnen.

Eine Eigeninszenierung ist erst für nächstes Jahr wieder vorgesehen. Es wird wohl eine der letzten unter der Leitung von Clo Bisaz sein. «Vielleicht mache ich die Betriebsleitung noch drei Jahre», sagt er am Dienstagmorgen. Das Theater während Corona abgeben, wollte er aber nicht.«Ich will das TaB in einem guten Zustand übergeben», sagt er. Was der jetzige Wandel dann wirklich bringt, zeige die Zeit.

Das Theater am Bahnhof (TaB) geht am 22. Septemberin die nächste Runde. Ob dies mit oder ohne Zertifikatspflicht geschehen wird, teilt der Bundesrat heute mit. Bisaz’ Meinung dazu ist klar: «Wenn der Bund das einheitlich regelt, ist das am einfachsten. Eine Schliessung würde einen riesigen Rattenschwanz mit sich bringen.»

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