Auch in die Diagnostik wird investiert: Menziken plant, einen Computertomographen anzuschaffen. Weil die Platzverhältnisse durch die stetige Angebotserweiterung eng werden, wollen die Verantwortlichen im nächsten Jahr auch über einen Ausbau nachdenken.

Das Asana Spital Menziken hat aktuell rund 340 Angestellte. Im Jahr 2016 versorgte es gut 10 500 Patienten, fast 83 Prozent stammten aus dem Raum aargauSüd. Jetzt will das Regionalspital seine Position in der chirurgischen Grundversorgung stärken – unter anderem durch eine Zusammenarbeit mit dem Spital Zofingen, einer Tochtergesellschaft der Kantonsspital Aarau AG (KSA), und einem neuen Arbeitsmodell für die Ärzte.

Anstatt das chirurgische Angebot, wie bisher, ausschliesslich mit Belegärzten abzudecken, wird ab Januar in der Chirurgie ein Facharzt angestellt. Im Laufe des Jahres soll, so hofft Spitaldirektor Daniel Schibler, dann eine zweite chirurgische Kaderstelle besetzt werden. Während der Aufbauphase ist der Zofinger Chirurgie-Chefarzt und Departementsleiter der Operativen Medizin, Jürg Gurzeler, gleichzeitig Chefarzt der Operativen Medizin in Menziken.

Assistenzärzte sollen bleiben

Mit diesem Systemwechsel – in der Inneren Medizin wurde er schon vor 15 Jahren vollzogen – will man in Menziken auch in der Chirurgie «die Fäden in der Hand behalten», wie Daniel Schibler sagt. Dazu gehöre auch die Aus- und Weiterbildung von Assistenzärzten. Bisher sei dies in der Chirurgie aufgrund des reinen Belegarztsystems nur im Rahmen einer Übergangslösung möglich gewesen.

Das soll sich nun ändern und den Standort Menziken nicht nur «fit machen für die nachhaltige Existenzsicherung als Gesundheitsversorger in der Region», so Schibler, «sondern auch die Attraktivität des Spitals als Arbeitsstätte für Ärzte steigern». Die Anstellung von Kaderärzten in der Chirurgie sei jedoch keine Absage an die Belegärzte. Im Gegenteil: «Die Zusammenarbeit zwischen Beleg- und Kaderärzten wird unser Angebot insgesamt stärken.»

Die beiden Spitäler Zofingen und Menziken wollen in Zukunft fachlich wie personell enger zusammenarbeiten. Dies geschieht nicht zuletzt «mit dem Hintergedanken, dass das KSA auch Kooperationspartner ist», wie Schibler sagt.

Für den Menziker Spitaldirektor ist klar: In der Spitallandschaft muss künftig in Versorgungsräumen gedacht werden. «Nur durch Kooperationen kann eine gute und sinnvolle Patientensteuerung erreicht werden, die einerseits dafür sorgt, dass die verschiedenen Häuser entsprechend ihrem Angebot gut ausgelastet sind, und andererseits dazu beiträgt, dass die Patienten so rasch wie möglich in die für sie geeignete medizinische Versorgungseinrichtung triagiert werden können. Ich bin der Meinung, dass sich diese abgestufte Versorgungskette, wie wir sie in der Schweiz haben, absolut bewährt hat und das Gesundheitswesen auch künftig auf dieser Basis aufgebaut werden muss.»

Externe Auswertung der CT-Bilder

Um eine effektive Triage bewerkstelligen zu können, will das Spital Menziken in seine Diagnostikkompetenz investieren und sich einen eigenen Computertomographen anschaffen – sofern die Gelder gesprochen werden. Die Zustimmung des Verwaltungsrats steht noch aus.

Mit dem Gerät, das gegen eine halbe Million Franken kostet, allein ist es allerdings nicht getan. Es braucht bauliche Massnahmen, zum Beispiel eine Fundamentierung, und Erweiterungen der elektrischen Versorgung. Betreiben will das Spital Menziken den Computertomographen nicht alleine. Auch hier ist eine Kooperation vorgesehen: Die Bilder werden durch einen externen Partner radiologisch befundet.

Die Angebotsentwicklung braucht Platz. Vorerst will man noch mit den bestehenden Räumlichkeiten auskommen – mit dem Effekt, dass die erst Mitte 2016 geschaffene Hausarztpraxis unter dem Dach des Spitals Menziken bereits wieder ausziehen muss. Das Spital hat der Betreiberin, dem Xundheitszentrum Beromünster, gekündigt.

Die Praxis wird im Laufe des ersten Quartals 2018 aufgelöst. Ob und wann das Spital ausbauen muss, steht noch nicht fest. Aber man denke darüber nach, so Schibler. «Die Spitalleitung befasst sich intensiv mit der Angebotsstrategie und dann wird sich zeigen, was bezüglich der räumlichen Entwicklung nötig sein wird.»