Suhrental
Regionale Jugendarbeit bleibt ein frommer Wunsch

Elf Gemeinden prüften eine gemeinsame Jugendarbeit, aber nur zwei wollen sie auch. Die anderen fanden das Projekt zu kostspielig. Schöftland als Hauptleidtragende Gemeinde ist enttäuscht.

Aline Wüst
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Jugendliche müssen sich auch künftig draussen treffen. Chris Iseli

Jugendliche müssen sich auch künftig draussen treffen. Chris Iseli

Kein Happy End für die regionale Jugendarbeit im Suhrental: Von den einst elf involvierten Gemeinden sind bis auf Kirchleerau und Schöftland alle wieder abgesprungen. «Zu teuer», fasst Thomas Etter, Präsident der Projektgruppe Jugendarbeit, die Begründungen der neun Gemeinden zusammen.

Sehr enttäuscht zeigt sich Gemeinderätin Elsbeth Kaufmann. Sie vertritt Schöftland in der Arbeitsgruppe. Was Kaufmann nervt: Die anderen Gemeinden sind ausgestiegen, bevor überhaupt ein Konzept stand. Holziken gab als erste Gemeinde den Austritt. «Wir konnten nie ein fertiges Konzept präsentieren, weil wir es ständig an die neuen Umstände anpassen mussten», sagt Kaufmann. Für Schöftland ist die Situation anders als für die umliegenden Gemeinden. «Blödsinn machen die Jugendlichen nicht vor der eigenen Tür», sagt sie. Von den Folgen des fehlenden Angebots für Jugendliche sei darum die Zentrumsgemeinde Schöftland überproportional betroffen.

Staffelbach ist als eine der letzten Gemeinden ausgestiegen. Wie andere Gemeindevertreter sagte auch Heidi Walther, die zuständige Staffelbacher Gemeinderätin, dass geprüft werde, ob die Vereine künftig finanziell stärker unterstützt würden. Grund für den Ausstieg aus dem Projekt ist laut Walther das Verhältnis von Kosten und Nutzen, das nicht mehr ausgeglichen gewesen sei, als einige Gemeinden abgesprungen sind.

Kein Scheitern

Für Arsène Perroud, Präsident der Jugendarbeit Aargau, der das Projekt von Anfang an begleitete, ist das wenig erstaunlich: «Wenn einer aussteigt, kann das eine Kettenreaktion in Gang setzen.» Von einem Scheitern will der Jugendarbeiter trotzdem nicht sprechen. Der Bedarf nach Jugendarbeit in der Region sei ausgewiesen, ob dieser Bedarf auch politisch anerkannt werde, sei eine andere Frage. Nun prüft Perroud, in welcher Form in Schöftland und Kirchleerau eine Jugendarbeit umsetzbar sei. Ein mögliches Projekt könnte frühstens 2014 starten.

20000 Franken haben Bedarfsabklärungen und Projektierungsphase gekostet. Einen Teil steuerte der Kanton bei, der das Projekt begleitet hat.