Zwar blieb das Wynental im vergangenen Jahr von den Fensterbohrern weitgehend verschont. Während die Diebe vor allem im Suhrental und im östlichen Aargau ihr Unwesen trieben, gab es im Einzugsgebiet der Regionalpolizei aargauSüd, das die neun Wynentaler Gemeinden sowie Beinwil am See und Birrwil umfasst, verhältnismässig wenige Einbrüche. Menziken und Beinwil am See waren in mehreren Fällen betroffen.

Ob dieser glückliche Umstand aber mit der Präsenz der regionalen Ordnungshüter zu tun habe, sei schwer zu überprüfen, sagt Dieter Holliger, Chef der Regionalpolizei (Repol) aargauSüd. «Tatsache ist, dass wir unsere präventiven Einsätze, speziell die Quartierkontrollen, im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei intensiviert haben.» Total 712 Mannstunden seien allein für Quartierkontrollen in der Dämmerung eingesetzt worden. Das seien rund 100 Stunden mehr als im Vorjahr.

Kaum Probleme mit Asylsuchenden

Ebenfalls intensiviert hat die Repol im vergangenen Jahr die Kontrolle von Hotspots wie Bahnhöfe, Schulanlagen oder Einkaufscenter sowie von Asylbewerberunterkünften. Hiervon gibt es gemäss Repol-Chef Erfreuliches zu berichten. Sowohl in Beinwil am See wie in Menziken gebe es seitens der Bevölkerung kaum Beanstandungen. «Wir können uns nicht beklagen», so Dieter Holliger. Seine Devise sei, zwar im Umfeld der Asylsuchenden Präsenz zu markieren, mit den Menschen aber vor allem das Gespräch zu suchen und nicht in erster Linie als Ordnungshüter aufzutreten.

Wie aus dem Jahresbericht hervorgeht, war die Repol aargauSüd auch im 2015 täglich auf Streife anzutreffen. Neben Tagespatrouillen wurden in den Abend- und Nachtstunden total 336 Bewachungsrundgänge durchgeführt. Während dieser Einsätze wurden die Polizisten 1051-mal an ein Ereignis aufgeboten – das sind 116 Ereignisse mehr als im Vorjahr. Am meisten musste die Repol wegen Streitigkeiten, Drohungen oder Ruhestörung, bei Tierfällen oder aufgrund psychisch auffälliger oder alkoholisierter Personen ausrücken.

Auch die Fälle von häuslicher Gewalt nahmen zu. Hier musste die Repol 101-mal einschreiten, im Vorjahr waren es 93 Interventionen. «Rund bei der Hälfte dieser Interventionen war bei den Beteiligten Alkohol im Spiel», so der Repol-Chef. Finanzielle Probleme, Fremdbeziehungen, Eifersucht oder gegenteilige Erziehungsansichten seien weitere Gründe gewesen, die einen Polizeieinsatz nötig gemacht hätten.

Auch die im 2013 ins Leben gerufenen gemeinsamen Patrouillen mit den Hallwilersee-Rangern hat die Repol intensiviert. Es wurden 48 solcher Patrouillen durchgeführt – doppelt so wie im Vorjahr. Dies war gemäss Repol-Chef nötig, «weil die Einhaltung einer gewissen Ordnung nur mit vermehrter Kontrolle möglich ist.» 50 Bussen mussten ausgesprochen werden, «vorwiegend wegen Missachten der Leinenpflicht und Ignorieren von Fahrverboten», so Holliger. (rap)