Der Staatsbesuch geht ohne grosses Protokoll über die Bühne. Regierungsrat Urs Hofmann, in Begleitung von Annelise Alig, der Leiterin Standortförderung trifft, vor dem grossen Eingangstor ein. Hier empfängt ihn Karin Bertschi, die Geschäftsführerin des Recyclingparadieses. Hofmann wird gleich Zeuge vom regen Betrieb und ist erstaunt: «Ich hätte an einem Donnerstagmorgen um neun Uhr nicht einen solchen Zulauf erwartet».

Karin Bertschi führt ihre Gäste durch die weiträumige Halle, sie beginnt in der «Kinderanlage». Hier können Kinder, die ihre Eltern begleiten, ihre Waren in kleine Container werfen und so lernen, wie man Abfall trennt. Urs Hofmann ist nicht der einzige Gast an diesem Tag. Mehrere Schulklassen aus Huttwil BE fahren in Cars vor. Sie absolvieren einen Recycling-Postenlauf. Angeleitet von Angestellten der Firma lernen sie Abfälle zu unterscheiden, und erleben, wie das abgegebene Material weiter verwertet wird. «Es ist uns ganz wichtig, die Kinder für unsere Tätigkeit zu sensibilisieren», sagt Bertschi.

Kurzer Halt in der Bücherecke

In einer Ecke der grossen Halle stehen in Gestellen alte Bücher, die vor der Altpapierpresse gerettet wurden. Hofmann, von Haus aus Jurist, wirft einen Blick auf die Buchrücken und entdeckt mit Schmunzeln den Band «Der Hausjurist».

Die Firmenbesuche gehören zum regelmässigen Programm von Urs Hofmann. «Ich besuche gern innovative Firmen im Kanton, grosse und kleine», sagt er. So verschaffe er sich einen Überblick. «Ich bin immer wieder überrascht von der Vielfalt der Produkte». Und er vernehme von den Unternehmern direkt, wo sie der Schuh drücke. «Hier kommen wir unkompliziert ins Gespräch.»

Hofmann zeigt sich beeindruckt von dem Konzept der Reinacher Anlage. Mit dem Auslagern der Entsorgung an eine private Firma könnten die Gemeinden eine wichtige Aufgabe regional und professionell lösen.

Auf Karin Bertschi ist Hofmann aufmerksam geworden, weil sie mit dem Projekt mehrere Auszeichnungen gewonnen hat und ihre Arbeit in vielen Medien gewürdigt wurde.