Schmiedrued-Walde
Regierungsrat lehnt Spezialzone «Chänelmatt» für zwei lokale Betriebe ab

Die Gemeinde will den Richtplan für zwei lokale Betriebe anpassen. Der Regierungsrat lehnt jedoch dieses Vorhaben in seiner Botschaft an den Grossen Rat ab.

Christine Fürst
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Spezialzone «Chänelmatt» in Schmiedrued-Walde.

Spezialzone «Chänelmatt» in Schmiedrued-Walde.

agis, Kanton Aargau

Die Spezialzone «Chänelmatt» in Schmiedrued-Walde steht auf wackeligen Beinen. Der Grosse Rat müsste in einem ersten Schritt der geplanten Richtplananpassung (az vom 25. Juli) zustimmen, damit zwei lokale Unternehmen ihren Betrieb erweitern können.

Doch nun lehnt der Regierungsrat in der Botschaft an den Grossen Rat die Anpassung des Richtplans in Schmiedrued-Walde ab. Auch die Abteilung Raumentwicklung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt hat sich in der Information zur Vernehmlassung bereits negativ zum Projekt geäussert.

Das Vorhaben betrifft zum einen das Pferdezucht- und Ausbildungszentrum «das Pferd», wo eine neue Reithalle geplant ist. Zum anderen will die Baufirma Loosli AG einen neuen Firmenstandort mit einem Hauptgebäude errichten.

Die Richtplananpassung ist bei Siedlungsgebietserweiterungen von mehr als 1 ha ohne flächengleiche Kompensation erforderlich. Zudem liegt rund die Hälfte der 2,04 ha grossen «Chänelmatt» im Bereich der Landschaften von kantonaler Bedeutung (LkB).

Laut Botschaft haben sich 17 Mitwirkende am Vernehmlassungs- und Anhörungs-/Mitwirkungsverfahren beteiligt. Wie die az bereits berichtete, äusserten sich die Aargauer Parteien unterschiedlich.

Der Regionalplanungsverband Suhrental stimmt dem Projekt zu, abgelehnt wird es von fünf Verbänden (Bauernverband Aargau, Birdlife Aargau, BSLA – Regionalgruppe Aargau, Pro Natura Aargau und WWF Aargau) sowie von einer Privatperson. Umstritten sei in erster Linie das Vorhaben der Baufirma. Beim Reitbetrieb seien die Einwände etwas weniger ausgeprägt.

Das Vorhaben entspreche verschiedenen Vorgaben des Richtplans und damit den Beschlüssen des Grossen Rats nicht oder nur in ungenügendem Masse, schreibt der Regierungsrat in der Botschaft.

«Insbesondere betrachtet der Regierungsrat das Verhältnis zwischen den erwarteten Vorteilen für das lokale Gewerbe und der Beanspruchung von Boden und Landschaft als unausgewogen.» Und es fehle eine überzeugende Prüfung von Alternativen.

So erscheine bei der Baufirma – unter Beibehaltung des Firmensitzes in Schmiedrued – auch ein neuer Standort talabwärts, zum Beispiel in Schöftland als valable Alternative. Zudem bestehe laut Botschaft kein öffentliches Interesse an der Reduktion der LkB.

«Für uns ist diese negative Botschaft nicht unerwartet gekommen», sagt Gemeindeammann Thomas Häfliger. «Wir sind aber über die Haltung der kantonalen Verwaltung enttäuscht, weil wir drei Jahre lang daran gearbeitet haben und überzeugt sind, alle Vorgaben erfüllt zu haben.» Doch der Grosse Rat hat das letzte Wort. Deshalb schreibt die Gemeinde alle Parteien an und lädt sie ein, sich ein Bild vor Ort zu machen.

Geplant ist, dass das Geschäft noch im September im Grossen Rat behandelt werden kann.

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