Von 200 angeschriebenen Vereinen aus Birrwil, Burg, Gontenschwil, Leimbach, Menziken, Oberkulm, Reinach, Unterkulm, Teufenthal und Zetzwil nahmen 110 Vereinsvertretungen am Anlass im Rahmen des Projekts «Impuls Zusammenleben Aargau Süd» teil. «Eine höhere Beteiligung als an den Grossratswahlen», meinte Projektleiter Martin Heiz, Reinachs Gemeindeammann. Regierungsrat Urs Hofmann strich die Bedeutung der Vereine für die Gesellschaft heraus: «Wenn es kein Vereinsleben mehr gibt, gibt es in der Gemeinde kein Leben mehr, sie wird zur Schlafgemeinde.»

Vereine gäben der Gemeinde ein Gesicht, sagte Hofmann, und sie leisteten einen wichtigen Beitrag zur Wohnqualität: «Kantone und Gemeinden sind auch unter dem Aspekt der Leistungserbringung auf gut funktionierende Vereine angewiesen.» Das verdiene höchste Wertschätzung. Gemeinden sollten offene Ohren haben für die Bedürfnisse der Vereine. Und Hofmann drückte seine Wertschätzung so aus: «Im Wynental packt man an und will etwas bewegen.»

In Gruppen diskutierten die Vereinspräsidenten über vier Themen: Gute Projekte initiieren und durchführen; durch Öffnung neue Mitglieder finden; Zusammenarbeit mit anderen Vereinen; Freiwillige motivieren und wertschätzen.

Was kam heraus? Die Diskussionen machten deutlich: Man weiss zu wenig voneinander. Noch existiert in vielen Köpfen ein Gärtchendenken. Man nimmt für Konkurrenz, was Ergänzung sein könnte. «Es spielt doch keine Rolle, welches Instrument ein Junger in welchem Verein spielt; Hauptsache, er macht Musik», sagte Claudio Zanatta, Gemeinderat von Zetzwil. Und Stefan Frank vom SC Reinach möchte die Jungen mal in die Eishalle bringen, unabhängig davon, ob jemand später Hockey spielt oder am Eiskunstlaufen Freude findet.

Persönliche Kontakte wirken

«Wir sollten das Gipfeltreffen institutionalisieren; möglicherweise entstehen so gemeinsame Projekte», sagte Felix Matthias, interimistischer Präsident der Feuerwehrvereinigung Menziken. Und Ilona Blättler, die nicht nur Theater spielt, sondern auch die Musikgesellschaft Menziken präsidiert, hält ein regionales Vereinsverzeichnis mit Kontaktdaten für sehr nützlich, doch es gehe nicht nur darum, Anlässe abzusprechen: «Man könnte einander auch mit Material aushelfen: Wer hat einen Barwagen?» Und warum nicht einen Verein aus einer anderen Gemeinde zur Mithilfe anfragen?

Wie kommt ein Verein an neue Mitglieder heran, auch an Leute mit Migrationshintergrund? Facebook? Schule? Anlässe? Neuzuzüger sollten am Neuzuzügeranlass der Gemeinde nicht bloss mündlich oder per Flyer über die Dorfvereine informiert werden, sagte Moderator Maurice Velati zusammenfassend. Sei ein Vorstandsmitglied vor Ort, wirke das mehr, denn nichts gehe über den persönlichen Kontakt: Schnuppertraining?

Wird eine Fortsetzung der Gipfelkonferenz gewünscht? Die Frage von Martin Heiz beantworten die Vereinsvertreter mit Applaus, also positiv. Und die für eine Kontaktaufnahme nötigen Daten der Vereine der ganzen Region werden den Präsidenten zugestellt.