Es läuft noch viel Wasser die Uerke ab, bis das geplante Hochwasserschutzprojekt umgesetzt wird. Der Grund: Gegen den Entscheid der Einwohnergemeindeversammlung vom 5. Juni, über die Bewilligung des 5,81 Millionen Franken hohen Kredits für die baulichen Massnahmen zur Sicherstellung des Hochwasserschutzes in der Gemeinde Uerkheim, wurde das Referendum ergriffen.

Die Gegnerschaft hat seit dem knappen Entscheid an der Gmeind (47 Ja zu 40 Nein) 124 gültige Unterschriften gegen das Millionenprojekt gesammelt, das die Uerkner Steuerzahler 1,51 Millionen Franken kosten würde. 103 gültige Unterschriften wären nötig gewesen.

Referendum zeichnete sich ab

Kirsten Hauri, die ressortverantwortliche Gemeinderätin, bedauert, dass das Referendum ergriffen wurde, es habe sich nach dem knappen Ausgang an der Gmeind aber abgezeichnet: «Viele Leute haben nicht verstanden, um was es geht, sie haben nur die Zahlen angeschaut.» Das Projekt sei sehr ausgereift und gut, sind sie und die restlichen Mitglieder der Hochwasserschutzkommission der Ansicht. «Schliesslich wird mit rund 40 kleineren bis grösseren Massnahmen ein Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasserereignis geboten», sagt Kirsten Hauri weiter.

Diese Ansicht teilen nicht alle Uerknerinnen und Uerkner. Jedenfalls fiel es den Initianten des Referendums relativ leicht, die erforderlichen Unterschriften zu sammeln. «Wir sind nicht gegen einen Hochwasserschutz, doch das jetzige Projekt ist viel zu gross», sagt Peter Leuenberger. «Früher bestand das Problem mit dem Hochwasser nicht, da wurde regelmässig Ufer- und Bachbettpflege betrieben.» Seit einigen Jahren würde das nur noch punktuell gemacht, was im Gesamten nicht ausreiche. Bei der Unterschriftensammlung fühlten die Gegner des Projekts auch den Puls der Bevölkerung und nahmen ihre Argumente gegen das Millionenprojekt auf.

«Bottenwil bringt auch viel Wasser, darum soll sich auch diese Gemeinde am Schutz beteiligen», sagt ein anderer. Andere sind enttäuscht, dass ihre Hochwasserprobleme über Jahre nicht berücksichtigt worden sind und es nun plötzlich ein Millionenprojekt brauche, nur weil einige Liegenschaften im Oktober 2012 überschwemmt worden seien. «Einige dieser Liegenschaften hätten so gar nicht bewilligt werden dürfen», monieren andere Gegner, «denn die Eingänge liegen unter dem Wasserspiegel der Uerke.»

«Wenn das Hochwasserschutzprojekt abgelehnt wird, muss die Gemeinde viel mehr Geld investieren, um die Brücken, Stege und Durchlässe zu sanieren, als wenn wir es nun umsetzen», argumentiert Gemeinderätin Kirsten Hauri für das Projekt. «Wenn das Gesamtwerk abgelehnt wird, bezahlt der Kanton weniger Geld für nötige Sanierungen.»

Gespräche mit den Gegnern

Wie es nach dem Zustandekommen des Referendums weitergeht, weiss Kirsten Hauri momentan noch nicht genau. Man werde sich nun aber nochmals in der Kommission zusammensetzen und entscheiden, ob man vor der Urnenabstimmung nochmals eine Infoveranstaltung organisieren will. «Wir suchen das Gespräch mit den Gegnern und wollen diese vom Projekt überzeugen», sagt Kirsten Hauri weiter.

Das dürfte nicht so einfach sein, denn die Gegner des Projekts fühlen sich trotz Infoabend und mehrstündiger geleiteter Besichtigung vor Ort schlecht informiert. «Es sind noch so viele elementare Fragen offen», sagt Peter Leuenberger, «da kann man das Projekt nicht einfach durchwinken.»

Der Gemeinderat Uerkheim hat die Referendumsabstimmung über den Kredit von 5,81 Millionen Franken für den Hochwasserschutz auf den 18. Oktober festgelegt, gleichzeitig mit den nationalen Abstimmungen.