Menziken

Rechtschaffener Bürger übt Selbstjustiz

Autor Hans Schaub greift gesellschaftspolitische Themen auf. Archiv/psi

Autor Hans Schaub greift gesellschaftspolitische Themen auf. Archiv/psi

Hans Schaubs dritter Roman «Bigler und der Franzose» ist ein Kriminalfall und spielt im Wynental.

Bigler – ein bodenständiger, rechtschaffener Wynentaler – erfährt mehrere Schicksalsschläge. Als seine von ihm abgöttisch geliebte Enkelin auch noch einem scheusslichen Verbrechen zum Opfer fällt, gerät seine Welt vollends aus den Fugen. Er verliert das Vertrauen in den Rechtsstaat, denn die Ahndung der Untat durch die Justiz ist schleppend. Bigler nimmt das Gesetz selber in die Hand. Er wird zum Richter und grausamen Vollzieher der Strafen an den Übeltätern. Er tut das derart geschickt, dass ihm die Polizei nichts nachweisen kann.

«Bigler und der Franzose», der dritte Roman des Menziker Schriftstellers Hans Schaub, ist ein Drama wie die Vorwerke, das aber zum Kriminalfall wird. «Eigentlich hatte ich nicht vor, einen Krimi zu schreiben», so der Autor, aus der Thematik heraus habe es sich aber so ergeben. Wie schon in den beiden Romanen «Schuldig geboren» (2013) und «Das blonde Zigeunermädchen» (2014) greift Schaub ein gesellschaftspolitisches Thema auf und spinnt darum herum seine der Fantasie entsprungene Geschichte. «Bigler und der Franzose» spielt im Wynental, «könnte aber überall handeln», wie Schaub sagt. Die Geschichte ist fiktiv, genauso wie das Dorf Biswil und die Protagonisten, basiert aber auf einer wahren Begebenheit.

Schaub zeichnet in seinem neuesten Roman auf ungeschönte Weise nach, wie sich ein rechtschaffener Bürger durch äussere Einflüsse zu einem völlig anderen Menschen verändern kann, der seine Prinzipien über den Haufen wirft und mit seinen bisherigen Wertvorstellungen bricht. Die Geschichte entstand aus der Beschäftigung mit der Frage, wie sich Opfer und Angehörige nach einer Gräueltat fühlen und wie sie mit ihrer Ohnmacht umgehen.

Hans Schaub (72) zog 2009 nach Menziken. Nach über 40 Jahren im zürcherischen Glattal, wo er 1970 seine eigene Firma gründete und bis zum Verkauf im Jahr 2000 erfolgreich führte, fühlt sich der gebürtige Waldenburger sehr wohl im Wynental, seiner «Wahlheimat», wie er selber sagt. Hier findet er Inspiration und Musse für sein belletristisches Schaffen.

Buchvernissage: Sonntag, 28 August, 10 Uhr, Hotel Glashaus, 13. Etage, Hauptstrasse 35, Menziken. Eintritt frei.

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