Reinach/Leimbach
Raus aus Frauenverein: Die Spitex will jetzt eigenständig agieren

Die Spitex Reinach-Leimbach gehört noch immer dem Gemeinnützigen Frauenverein an, jenem Verbund, dem die Gemeinden Reinach und Leimbach anno 1993 die Haus- und Krankenpflege für zu Hause übertragen haben. Eine Ausgliederung ermöglicht Zusatzangebote.

Rahel Plüss
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Mit der Verselbstständigung der Spitex Reinach-Leimbach wäre auch eine Ausweitung des Angebots über die kassenpflichtigen Leistungen hinaus möglich.

Mit der Verselbstständigung der Spitex Reinach-Leimbach wäre auch eine Ausweitung des Angebots über die kassenpflichtigen Leistungen hinaus möglich.

Keystone

Die Spitex Reinach-Leimbach gehört noch immer dem Gemeinnützigen Frauenverein an, jenem Verbund, dem die Gemeinden Reinach und Leimbach anno 1993 die Haus- und Krankenpflege für zu Hause übertragen haben. Das Gesundheitswesen hat sich gewandelt, das Angebot der Spitex ist gewachsen, wie auch die Anzahl der Mitarbeitenden.

Aktuell arbeiten über 20 Personen in der Spitex Reinach-Leimbach mit. Damit ist sie die grösste Dienstleistung innerhalb des Gemeinnützigen Frauenvereins Reinach-Leimbach geworden – auch finanziell. Der Umsatz im 2014 betrug rund eine Million Franken.

Um den administrativen Aufwand zu reduzieren, Abläufe zu vereinfachen und flexibler auf die veränderten Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen reagieren zu können, soll die Spitex nun aus dem Mutterverein ausgegliedert und verselbstständigt werden. «Unsere Spitex ist volljährig geworden, da ist es angemessen, sie in die Selbstständigkeit zu überführen», sagt Janine Murer-Merz. Sie ist als Vertretung des Gemeinderats Leimbach Mitglied der Spitex-Kommission.

Verein oder AG sind denkbar

In welcher Rechtsform sich die eigenständige Spitex Reinach-Leimbach organisieren wird, ist gemäss Janine Murer noch offen: «Denkbar ist ein Verein oder eine AG». Dieser Frage werde sich eine Arbeitsgruppe annehmen, sobald die beiden Gemeinden grünes Licht für das Vorhaben gegeben hätten. Zunächst muss nämlich der bestehende Vertrag aus dem Jahr 1993 mit dem Gemeinnützigen Frauenverein gekündigt werden. Darüber haben die Stimmberechtigten der beiden Dörfer an den kommenden Herbst-Gemeindeversammlungen zu befinden. Die fristgerechte Kündigung würde dann auf Ende 2016 erfolgen.

Die eigenständige Spitex Reinach-Leimbach soll flexibler auf die Zukunft reagieren können. Janine Murer betont aber, dass die bisherigen Dienstleistungen «so bleiben wie sie sind», zumindest vorläufig. «Eine Ausweitung des Angebots über die kassenpflichtigen Leistungen hinaus, wie sie die Spitex Aarau beschlossen hat, ist aber auch im Oberwynental denkbar», so Murer. Wenn beispielsweise ein Kunde in Zukunft ein Zusatzangebot wie eine Einkaufshilfe wünschte, könne eine Ausdehnung des Angebots in diese Richtung geprüft werden. Grundsätzlich wolle die Spitex Reinach-Leimbach jedoch weiterhin ihren Grundauftrag erfüllen und das Pflegeangebot für zu Hause in den beiden Gemeinden sicherstellen.

Zusammenschluss kein Thema

Im Moment auch kein Thema ist der Zusammenschluss mit einer anderen Spitex-Organisation. «Unsere Spitex funktioniert sehr gut und die beiden Gemeinden sind mit den Kosten zufrieden», sagt Janine Murer. «Wir verschliessen uns einem Zusammenschluss nicht total, aber von der operativen und finanziellen Seite her besteht dazu im Augenblick sicher kein Anlass.» Man wisse jedoch nie, was auf die Spitex in den nächsten Jahren noch zukomme und bleibe deshalb mit den Nachbar-Organisationen, mit denen man in gewissen Bereichen bereits zusammenarbeite, im Gespräch.