Menziken
Ralf Weber (26) will in den Gemeinderat: «Ich will im Dorf etwas bewirken»

Der 26-jährige Ralf Weber (FDP) will den freien Sitz im Gemeinderat besetzen. Er ist der einzige angemeldete Kandidat für die Wahlen vom Sonntag.

Rahel Plüss
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Ralf Weber in seinem noch nicht fertig eingerichteten Büro in Reinach.

Ralf Weber in seinem noch nicht fertig eingerichteten Büro in Reinach.

Mario Heller

Ralf Weber ist 26 Jahre jung und will sich am Sonntag in den Menziker Gemeinderat wählen lassen. Die az besucht den Kandidaten in seinem noch nicht fertig eingerichteten Büro im Glashausgebäude in Reinach, wo er ab Neujahr mit seiner eigenen Firma «Modern Swiss Generalunternehmung» starten will. Die az interessiert, was den jungen Mann mit Trendfrisur motiviert, für den Gemeinderat zu kandidieren.

Menziken muss attraktiv bleiben

Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: «Weil ich im freiwerdenden Sitz die Chance gesehen habe, im Dorf etwas zu bewirken. Menziken ist mein Heimatort. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, unsere Gemeinde stark zu machen.» Ralf Weber kommt in Fahrt: Die für die Menschen in der Region prägende Industrie habe stark an Tragkraft eingebüsst. Das erfordere ein Umdenken. «Wir müssen Menziken mit der Zeit gehen lassen, um die Gemeinde weiter attraktiv zu machen – sowohl für auswärtige wie auch für ortsansässige Arbeitnehmer, für Investoren, aber auch für die Bürger.»

Dass beispielsweise der Kostendeckungsbeitrag an die Verkaufsstelle der AAR bus+bahn neulich an der Gmeind nicht angenommen worden sei, erachte er als schade. Einen betreuten Bahnhof zu haben, finde er wichtig für ein attraktives Dorf.

Ralf Weber ist ein Menziker durch und durch. Hier ist er geboren und aufgewachsen, und hier ist er in der Baubranche tätig, wie schon sein Vater und Grossvater – visionäre Geschäftsleute, die in der Region diverse Projekte realisiert haben. So wars Grossvater Kurt Weber etwa, der Mitte der 90er-Jahre das Menziker Dorfzentrum baute, das heute unter anderem die Migros beherbergt.

Vater Kurt Weber Junior realisierte in Reinach unter anderem das Club- und Eventlokal Glashaus oder das Projekt «Wohnen im Alter» im Casa Schneggli. Vor rund zwei Jahren kaufte er das Menziker Hochhaus, sanierte den maroden ehemaligen Hauptsitz der «Alu Menziken» und baute ihn zu einem Gewerbehaus mit Hotel und Gastronomie um.

Weber will junge Menschen motivieren

Noch ist Ralf Weber, der älteste Sohn der Familie, in der Firma seines Vaters, der Kurt Weber AG, als Bauleiter tätig. Seine Maurerlehre hat er bei der Herzog Bau AG in Menziken absolviert. Derzeit bildet er sich berufsbegleitend zum Bauführer weiter. Mit seiner eigenen Generalunternehmung im Immobiliensektor will er künftig «in der Region und für die Region» aktiv sein.

Von Gärtchendenken hält er nichts, genauso wenig wie von den alten Fehden zwischen Menzikern und Reinachern. «Wir müssen zusammenarbeiten, alleine als Gemeinde erreichen wir nichts.» Mit seiner Politik will er nicht zuletzt junge Menschen motivieren, sich zu engagieren, ohne dabei auf den Erfahrungsschatz der älteren Generation zu verzichten. «Es braucht alle, das ist im Geschäftsleben so und das gilt für mich auch für die Politik.»

Für die Wahl ist Ralf Weber kürzlich der FDP beigetreten. Für die Freisinnigen habe er sich entschieden, weil er ihre wirtschaftsorientierte Sichtweise teile, so Weber. Für die Gemeinderatswahl am Sonntag ist er der einzige offiziell angemeldete Kandidat, gerüchtweise kursieren noch andere Namen im Dorf.