Jugendtreff Schöftland
Platzmangel: «Ich könnte den Treff jeden Tag öffnen und er wäre immer voll»

Nach vier Monaten stösst das «Fifty Forty» bereits an seine Grenzen

Lee Ann Müller
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(Archivbild)

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Zur Verfügung gestellt

Der zwölfjährige Mirlind wartet seit einer Stunde sehnsüchtig vor dem Jugendtreff «Fifty Forty» auf seine Kollegen. Das sei keine Seltenheit, sagt Jugendarbeiter Oliver Braunschweiger. Für viele sei der Jugendtreff zu einem wichtigen Aufenthaltsort geworden. «Ich könnte den Treff jeden Tag öffnen und er wäre immer voll.»

Oliver Braunschweiger arbeitet seit der Eröffnung Ende Juni mit einem 60-Prozent-Pensum im Jugendtreff. Im vergangenen November war an der Gemeindeversammlung nach langer Diskussion ein Kredit von 343 500 Franken für eine dreijährige Pilotphase offene Jugendarbeit bewilligt worden. Im März stand schliesslich die Lokalität für das «Fifty Forty» an der Luzernerstrasse 13 fest.

Bis zu 40 Jugendliche pro Abend

Die Räumlichkeiten sind klein, aber fein, wie Braunschweiger den Jugendtreff beschreibt. Der Treff besteht aus einem hellen Raum mit Billardtisch, einer Küche und einem Gewölbekeller mit Sofas und Fernseher. In den letzten Monaten stellte sich der begrenzte Platz jedoch als grösste Schwierigkeit heraus. «Die Nachfrage bei den Jugendlichen ist riesig. Wir sind am Freitagabend jeweils bis zu 40 Leute», so Braunschweiger. Mit einer grossen Gruppe auf engstem Raum könne es auch manchmal laut werden. «Am Freitagabend ab 19 Uhr ist hier Jubel und Trubel angesagt.»

Oliver Braunschweiger ist zuversichtlich über die Zukunft des Jugendtreffs. Mit Blick auf die ersten vier Monate überwiegen für ihn die positiven Seiten: «Wir sind bereits eine tolle Truppe», sagt er. «Es kommen viele individuelle Charaktere, die hier neue Kollegen suchen und sofort aufgenommen werden.» Vor allem die Jüngeren seien sehr offen für neue Aktivitäten. So könnten sich viele Buben stundenlang mit dem Anfertigen von «Rainbow-Loom-Kettelis» beschäftigen oder würden beim Kuchenbacken für den Schöftler Märt mithelfen. «Auch das Videogame ‹FIFA 14› wird gern gespielt», sagt der Jugendarbeiter schmunzelnd.

Um das Platzproblem zu lösen, will Braunschweiger vermehrt Angebote ausserhalb des Jugendtreffs organisieren: Ein «Midnight Sport» ist in Planung, im Dezember sollen die Jugendlichen beim Adventsfenster schmücken helfen. Braunschweiger hat viele Ideen, die es jetzt zu entwickeln gilt. «Am liebsten würde ich das Programm gemeinsam mit den Jugendlichen gestalten und nicht nur selber bestimmen, was gemacht wird.» Ein grosses Ziel sei, innerhalb der Pilotphase der Bevölkerung zu beweisen, dass es in Schöftland einen Jugendtreff braucht und mit sinnvollen Aktionen allfälligen Vorurteilen gegen den Jugendtreff entgegenzuwirken. «Das Pilotprojekt steht und fällt mit meinem Engagement», sagt Oliver Braunschweiger.

Eine Herausforderung sei es ausserdem, die divergente Gruppe unter einen Hut zu bringen und alle in das Programm einzubeziehen. Die Jüngeren und die Älteren sowie die lauten und stillen Charaktere. «Ich habe nur einen kleinen Kuchen zur Verfügung, den ich gerecht verteilen muss, damit nicht eine bestimme Gruppe das grösste Stück bekommt», erklärt Braunschweiger seine zukünftige Aufgabe im Jugendtreff.