Die Herausforderung, Hausärzte ins obere Wynental zu bringen und für diese geeigneten Praxisräume zu finden, scheint an sich schon gross genug. Doch Guido Pfister, leitender Arzt der Xundheitszentren-Standorte Menziken und Beromünster, gibt sich damit noch nicht zufrieden. «Wir möchten an unseren Standorten auch zukünftige Hausärzte sowie Pflegefachpersonen des Masterlehrgangs Pflegewissenschaften ausbilden», sagte er anlässlich der offiziellen Eröffnung der Gemeinschaftspraxis.

Die dort bereits seit sechs Monaten wirkenden Ärzte Guido Pfister, Irina Bichmann und Sarah und Andreas Zurbuchen luden zur Besichtigung ein. Pflegefachkräfte, die das erwähnte Aufbaustudium genossen hätten, seien für den Einsatz in Hausarztpraxen äusserst geeignet, da sie in ihrer Karriere eng mit dem Patienten zusammengearbeitet haben, erklärte Pfister sein Vorhaben.

Er sieht in der Ausbildung der Pflegewissenschafts-Absolventen zu Allgemeinpraktikern eine wichtige zukünftige Massnahme gegen den Hausärztemangel. Dadurch könne in Zukunft wieder eine bessere Grundversorgung erreicht werden.

Mangel an Allgemeinärzten gibt es hierzulande in vielen ländlichen Gebieten. «Wir eröffnen unsere Hausarztpraxen dort, wo Bedarf besteht, vorwiegend in ländlichen Regionen», sagte Verwaltungsratspräsident Ulrich Riesen. Mit Urs Schlör hatte im Februar 2016 der letzte Hausarzt seine Praxis in Reinach aufgegeben. Die Xundheitszentren hätten seit einer Weile in der Region nach einem Standort für eine Gemeinschaftspraxis gesucht, so Riesen. Auch die Suche nach Ärzten für die neue Praxis habe mehr Zeit beansprucht, als gedacht. Dank der guten Beziehungen zum Spital kam schliesslich die Einmietung in die dortigen Sprechstundenräume zustande.

Neue Räume gesucht

Aufgrund der steigenden Behandlungszahlen werden die vier Ärzte jedoch nicht lange im Asana Spital bleiben. Ein Umstand, der schon beim Einzug vereinbart wurde, wie Guido Pfister sagte. «Als erste Lösung sind die Praxisräume im Spital perfekt, doch wir brauchen mehr Platz und sehen uns bereits nach einem neuen Mietobjekt um.» Da für Mitarbeiter und Patienten genügend Parkplätze zur Verfügung stehen müssen, biete sich eine Praxisgründung im benachbarten Reinach an.

Spitaldirektor Daniel Schibler hat bereits Ideen, wie die Räume nach dem Auszug der Hausärzte genutzt werden können: «Wir wollen unser Sprechstundenangebot durch Spezialärzte, das wir jetzt schon in Kooperation mit dem Kantonsspital Aarau führen, weiter ausbauen.» Es sei möglich, dass die frei werdenden Praxisräume dafür verwendet werden, doch entschieden sei bisher noch nichts.