Reinach
Platz für 40 neue Arbeitsplätze: Kaltband AG plant Produktionsausbau

1,8 Hektaren Landwirtschaftsland sollen für die Betriebserweiterung der Kaltband AG in Reinach eingezont werden – die Produktionslage der Firma stösst an ihre Grenzen.

Melanie Eichenberger
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Das Feld zwischen der Kaltband AG und dem Hündelerplatz im Reinacher Alzbach soll als Arbeitszone eingezont werden.

Das Feld zwischen der Kaltband AG und dem Hündelerplatz im Reinacher Alzbach soll als Arbeitszone eingezont werden.

Melanie Eichenberger

Während sich in den letzten Jahren zahlreiche Industrieunternehmen aus der Region aargauSüd zurückgezogen haben, gibt es auch Unternehmen, die mit dem Wynental verbunden bleiben. So die Firma Kaltband AG. Allein in den letzten sechs Jahren investierte sie über 30 Millionen Franken in den Standort Reinach. Das Familienunternehmen produziert seit über 50 Jahren an der Reinacher Alzbachstrasse kaltgewalzte Metallprodukte. Es ist weltweit tätig und beschäftigt rund 110 Mitarbeiter, davon wohnen 91 im Oberwynental.

Erweiterung betriebsnotwendig

Die Produktionsanlage der Firma stösst mittlerweile an ihre Grenzen. Damit das Unternehmen in Reinach bestehen bleiben kann, muss es seinen Betrieb erweitern – eine raumplanerische Herausforderung. Baulandreserven stehen rund um die Produktionsstätte nicht zur Verfügung. Eine Betriebserweiterung an einem anderen Standort wurde zwar geprüft, ist aber aufgrund der zusammenhängenden Produktionsschritte zwischen dem bestehenden und dem geplanten Betrieb nicht zielführend.

Die Lösung: Eine bedingte Einzonung von 1,8 Hektaren Landwirtschaftsland zum Arbeitsgebiet «Alzbach». Bedingt heisst: Wenn die Realisierung der Bauten und Anlagen innerhalb von fünf Jahren ausbleiben, verfällt die Einzonung. Bis es so weit ist, dauert es aber noch ein bisschen. Aktuell läuft das Mitwirkungsverfahren der Teilrevision Nutzungsplanung «Alzbach». Bis zum 15. August liegen die Entwürfe auf. Jedermann kann sich während dieser Frist mit Hinweisen und Vorschlägen zu den Entwürfen äussern. Geplant ist, im Herbst die Teilrevision öffentlich aufzulegen und anschliessend der Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorzulegen.

0,85 Hektaren aus Bauzonentopf

Das Feld hinter der Kaltband AG am Mühlebachkanal umfasst eine Fläche von 1,8 Hektaren. Die Gemeinde sieht als Kompensation eine Fläche von 1,03 Hektaren Land an peripherer Lage zur Auszonung vor. Dies im Gebiet «Bifang» an der Grenze zu Leimbach sowie eine Parzelle im Bereich «Bodenacher» an der Kreuzung Kirchenbreitestrasse/ Beinwilerstrasse.

0,85 Hektaren sollen aus dem Topf des Regionalplanungsverbands aargauSüd impuls bezogen werden. Im regionalen Topf stehen 2,64 Hektaren Siedlungsgebiet (Stand November 2017) für Einzonungen zur Verfügung, wovon 2,44 Hektaren im Rahmen der Gesamtrevision Nutzungsplanung der Gemeinde Reinach im Jahr 2016 ausgezont wurden. Der Vorstand des Regionalplanungsverbands unterstützt den Bezug aus dem Topf und auch die Mitgliedsgemeinden begrüssen das Vorgehen.

Zahl der Aufträge steigt weiter an

2017 belief sich der Umsatz der Kaltband AG auf 52 Millionen Franken. 60 Prozent wurden im Ausland erwirtschaftet. Zudem geht das Unternehmen davon aus, dass die Aufträge in Zukunft weiter ansteigen werden, was eine Verdoppelung der Produktionskapazität erforderlich macht. Ein Drittel dieser zusätzlichen Kapazität soll der Entlastung der überbeanspruchten Anlagen dienen; die restlichen zwei Drittel für die künftigen Aufträge. Der Ausbau der Produktion ermöglicht zudem die Schaffung von 30 bis 40 neuen Arbeitsplätzen.

Die allfällige Erweiterung verdoppelt zwar den Werkverkehr von jährlich 2000 auf 4000 Lastwagen, was eine Zufahrt von 17 Lastwagen pro Arbeitstag bedeutet. Im Zusammenhang mit der laufenden Planung zum Ausbau der Hochhauskreuzung könne das erhöhte Verkehrsaufkommen in die Projektierung eingerechnet werden, sind die Planer überzeugt.

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