Reinach

Pink Panther ist da, wenn die Eltern arbeiten

Die Betreuerinnen Brigitte Mätzler (links) und Bernadette Bauer beim Spielen mit den Kleinen. Die «Grossen» sind im Kindergarten oder in der Schule.

Die Betreuerinnen Brigitte Mätzler (links) und Bernadette Bauer beim Spielen mit den Kleinen. Die «Grossen» sind im Kindergarten oder in der Schule.

Vor zehn Jahren startete die Tagesstruktur mit dem klingenden Namen «Pink Panther» mit Mittagstisch und Hort. Heute ist der Hort nicht mehr wegzudenken. Dahinter steckt ein ganzes Team.

Am Anfang war in Reinach der Mittagstisch. 2002 boten mehrere Frauen ehrenamtlich einen Mittagstisch für Schulkinder an. Ein Angebot, das rege benutzt wurde. Bis zu dreissig Kinder und Jugendliche assen gemeinsam zu Mittag. Die Reinacher Gemeinderätin Pia Müller erinnert sich: «Als wir via Schulpflege mit einem Budget bei der Gemeinde anklopften, kam es anders als erwartet.» Der Reinacher Gemeinderat wünschte etwas Ganzheitliches und gleiste das Projekt «Tagesstruktur» auf. Pia Müller: Die Behörde hatte erkannt, dass es in unserer Gemeinde umfassendere Betreuungsangebote braucht als lediglich einen Mittagstisch.

Ziel sei eine Betreuung von 6 bis 18 Uhr gewesen, also ein Hort für Kindergarten und Schulkinder bis zu 12 Jahren. Und weiterhin einen offenen Mittagstisch. Ein Verein wurde gegründet und bereits im August 2004 öffnete die Tagesstruktur Pink Panther mitten im Dorf ihre Türen.

Der Verein hatte sich in der leerstehenden, ehemaligen Methodistenkapelle einmieten können. Mit sanfter Renovation und kleinen Umbauten wurde das vormals sakrale Gebäude fit gemacht als Umgebung für die Kinder. Vereinsmitglieder hatten zum Teil selber mitgearbeitet. Pia Müller weist nicht ohne Stolz auf den damaligen Pioniergeist hin: «Vor 10 Jahren waren wir weitherum die einzige Tagesstruktur.»

Ausbau zum Vollangebot

2006 hat Pia Müller nach ihrer Wahl in den Gemeinderat das Präsidium an Cécile Banz übergeben. Im Juli 2006 wurde das Angebot der Kindertagesstätte auf Säuglinge ab zwei Monaten und Kleinkinder ausgeweitet. Banz sagt, das Angebot werde heute gut genutzt. «Verteilt über die Woche werden mehr als 50 Kinder betreut. Das sei zu Beginn nicht so gewesen, vor acht Jahren war der Betrieb nicht kostendeckend zu führen. Das Bedürfnis war zwar vorhanden, aber eine gewisse Vorsicht sei bei den Eltern zu spüren gewesen. Heute ist der ‹Pink Panther› gut besetzt. «Wir hätten die Möglichkeit und den Wunsch, die Kapazität weiter auszubauen.» Das Gebäude bietet genügend Raum.

Die Gemeinde Reinach unterstützt seit Beginn die Kindertagesstätte finanziell. Sie zahlt nebst einem Pauschalbeitrag zusätzlich vier Franken an jedes Mittagessen. Für die Betreuung, ganztags oder halbtags, finden abgestufte Tarife Anwendung. Einerseits ist das Steuereinkommen der Eltern oder Konkubinatspaare der Massstab für die Berechnung, andererseits gibt es auch abgestufte Geschwisterrabatte. Cécile Banz: «In Reinach können rein von den Kosten her alle Eltern ihre Kinder zur Betreuung anmelden.» Allerdings, ergänzt Pia Müller, gehe es in den Familien letztlich auch um die persönlichen Werte und die Frage, wo sie ihr Geld einsetzen wollen. Die Tagesstätte leiste sicher einen Beitrag zur sozialen und sprachlichen Integration, besuchen doch auch viele Ausländerkinder den «Pink Panther». Zum Teil werden Kinder vom Sozialdienst zugewiesen, weil die Familienverhältnisse schwierig sind.

Heute arbeiten im «Pink Panther» unter der Leitung von Lea Thoma vier fest angestellte Fachfrauen Betreuung (FaBe) oder diplomierte Kleinkinderzieherinnen, eine FaBe in Ausbildung und zwei Praktikantinnen. «Wir bilden immer im Dreijahresrhythmus eine junge Fachfrau aus», so Cécile Banz. Dies sei eine wichtige Aufgabe für die Institution.

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