Bezirk Kulm

Philipp Müller redet die FDP stark

Philipp Müller will für die FDP wieder in den Nationalrat.

Philipp Müller will für die FDP wieder in den Nationalrat.

Die FDP Kulm will Philipp Müller wieder im Nationalrat sehen. Das war eine kurze Übung. Die zwei Dutzend Anwesenden brauchten keine Stunde, um Statuten zu ändern, eine Kassierin zu wählen und Müller erneut als Nationalrat zu empfehlen.

Ein kurzer Bezirksparteitag im Seehotel Hallwil: Die gut zwei Dutzend Anwesenden brauchten keine Stunde, um die Statuten der Bezirkspartei zu ändern, Yvonne Broder zur Kassierin zu wählen und Philipp Müller zuhanden des kantonalen Parteitags erneut für den Nationalrat zu empfehlen.

Die FDP des Bezirks Kulm trägt nun statutarisch auch den Zunamen «Die Liberalen». Yvonne Broder, Staatsanwältin in Lenzburg, wohnhaft in Reinach, wurde mit Akklamation von der Kassierin ad interim zur neuen Kassenwartin der Bezirkspartei befördert.

Müllers Lust auf mehr

Philipp Müllers Lust auf eine dritte Amtsperiode war in seinem Heimspiel offensichtlich. Nach zwei, drei Lehrjahren und eben so viel Zeit, um sich Respekt zu verschaffen, gilt sein Wort nun etwas in Bundesbern, wo er im «Bellevue» sein Zimmer hat. Stress? Er jammert nicht, da er aus Freude arbeite, auch wenn das Pensum in Bern «nach Gewerkschaftsmassstäben 120 Prozent» betrage. Er treibe bewusst mehr Sport, sagte er, und fühle sich fit genug für weitere vier Jahre. Die Nomination erfolgte einstimmig.

Freisinnige im Aufwind

In seinem launigen Bericht aus Bern stellte Philipp Müller fest: «Die Freisinnigen lüpfen s Füdli wieder.» Das heisst: Sie nehmen in weit grösserer Zahl an Parteiveranstaltungen teil als ehedem. Auf seinen Touren Mittelland auf und ab habe er das mit Genugtuung zur Kenntnis genommen. Warum das? Umfragen zeigten nicht mehr einen freien Fall des Freisinns, sondern stabile Werte. Er sieht einen Zusammenhang mit einem homogeneren Abstimmungsverhalten der FDP im Parlament. Da wehe auch ein neuer Wind, nicht zuletzt dank jungen Welschen wie Christian Lüscher und Isabelle Moret. Müller: «Ich hoffe, dass dies auch die Wähler wahrnehmen; Inzucht zu pflegen nützt uns nichts.»

«Too big to fail»-Geschäft

Ein «sehr wichtiges» Thema für Philipp Müller ist das «Too big to fail»-Geschäft. Dabei geht es um die beiden Grossbanken UBS und CS, deren Bilanzsummen fast viereinhalbmal grösser seien als das Bruttoinlandprodukt der Schweiz: 2350 Milliarden Franken. Zu gross, um umzufallen – zu gross aber auch, um gerettet werden zu können. Das Geschäft, das vorsieht, dass diese Grossbanken über mindestens 19 Prozent Eigenkapital verfügen müssen, werde zum Glaubwürdigkeitstest für die FDP. Zusammen mit der CVP könnte eine Mehrheit erreicht werden. Müller findet es wichtig, dass noch dieses Jahr darüber entschieden wird, bevor das neue Parlament mit neuen Köpfen gewählt wird. Denn das aktuelle Parlament habe erlebt, wie man an Ostern 2008 haarscharf an einem Crash vorbeigeschrammt sei.

Asylrecht anpassen

Die aktuelle Weltsituation – Libyen zuvorderst – zwinge zu Verbesserungen im Asylwesen. Die Verfahren müssten beschleunigt werden. Zwei bis drei Jahre bis zu einem Entscheid erschwerten Ausschaffungen, da die Betroffenen sich in dieser Zeit bereits irgendwie integriert hätten. Als Beispiel, wie mans besser machen könnte, nannte er die Niederlande, wo innert zehn Tagen ein rechtsgültiger Entscheid vorliege. Müller: «Man muss sich Gedanken machen über die Rechtsmittel im Asylwesen.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1