Reinach

Pfarrer Schindler wünscht sich eine offene Kirche

Andreas Schindler, neuer Pfarrer in der Reformierten Kirchgemeinde Reinach-Leimbach. Peter Siegrist

Andreas Schindler, neuer Pfarrer in der Reformierten Kirchgemeinde Reinach-Leimbach. Peter Siegrist

Mit dem Wechsel von Reitnau nach Reinach hat sich der neue Pfarrer für den Wechsel vom Einzelpfarramt in ein Teampfarramt entschieden.

Der neue Reinacher Pfarrer hat für den Fototermin bewusst die Kirche gewählt. Hier, am Ort der Verkündigung, wo er Gottesdienste, Hochzeiten, Taufen und Trauergottesdienste feiert, steht er beim Altar. Vor ihm die Osterkerze, die mit ihrem Licht an das Wesentliche der christlichen Botschaft erinnert. «Ein schöner, würdiger Raum», sagt Schindler und schaut hinauf zu den farbigen Glasfenstern.

Später bei einem Kaffee im Studierzimmer, umgeben von Büchern, spricht Andreas Schindler von der Berufung. Er, der auf einem Bauernhof im Bernbiet mit Geschwistern und vielen Tieren aufwuchs, Erde und Natur ganzheitlich erlebte, ist auf «Umwegen ins Pfarramt» gekommen. Als junger Mensch in der kirchlichen Jugendarbeit aktiv, als Teilnehmer und Leiter, hat er sich nach einer handwerklichen Tätigkeit auf die grosse Reise gemacht. In dieser Zeit, fern der Heimat, reifte sein Entscheid, «mich und mein Leben ganz fürs Evangelium einzusetzen.»

Schindler nahm 1989 an einem Missionseinsatz mit dem Schiff «Logos II» teil. Zwei Jahre war er mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern unterwegs. «Wir waren das erste Schiff, das nach der Öffnung von 1989 mit Bibeln und christlicher Literatur nach St. Petersburg fuhren.» Kernaufgabe der Logos-Leute war die Verbreitung von christlichen Büchern, Lehr- und Sachbüchern, und der interkulturelle Austausch mit den lokalen christlichen Kirchen. «Es war eine äusserst dynamische Sache, wir liefen auch Häfen in Westafrika und Südamerika an.»

Als der Entscheid Pfarrer zu werden feststand, nahm Schindler die lange Ausbildung in Angriff und erwarb an der Uni Freiburg das Lizenziat in Theologie. Nachher folgte die Praxis in Winterthur, dort war er Pfarr-Vikar. In diesem Sommer hat Andreas Schindler nach vier Jahren Dienst in Reitnau in der Reformierten Kirchgemeinde Reinach-Leimbach seine zweite Pfarrstelle angetreten. Er zügelte mit seiner Familie, seiner Ehefrau Sandra und den zwei Kindern im Schulalter, ins Pfarrhaus Breite.

Der Besucher spürt rasch, Pfarrer Schindler fühlt sich ganz der Landeskirche verpflichtet. «Ich wünsche mir eine offene Kirche», sagt er. So wolle er die Menschen kennen lernen, auch die Wünsche derer erfahren, die nicht in den Gottesdienst kämen. «Wo ist die Kirche im Alltag», fragt er, denn alle Getauften gehören dazu. Theologisch gesehen sei es ihm ein Anliegen, zusammen mit anderen «die verborgene Kraft des Evangeliums immer wieder neu freizulegen».

Schindler will Traditionen begleiten, aber gleichzeitig wach sein und «die Gefahr erkennen», wenn etwas festzufahren droht. «Ich will offen sein, mich von der Dynamik des Evangeliums inspirieren lassen und neue Wege gehen. Dazu gehören für ihn auch die Ökumene und der interreligiöse Dialog.

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