Staffelbach

Petu fährt den Traktor und Rösli rotiert auf dem Wagen

Alte Filmaufnahmen von Festen, Turnerabenden und Umzügen haben die Bevölkerung in Erinnerungen schwelgen lassen.

Am Wochenende fanden die Staffelbacher Filmtage statt. Aber nicht Emma Stone oder Leonardo DiCaprio spielten die Hauptrolle, sondern Irma von den Landfrauen, der Kaffeemaschinen-Päuli, Anita aus der zweiten Klasse oder der ehemalige Gemeindeammann. Die Jugend- und Kulturkommission zeigte an zwei Tagen alte Filme aus Staffelbach und traf damit genau ins Herzen der Dorfbevölkerung.

In drei Räumen rund um die alte Turnhalle liefen die Filme in Endlosschlaufe. Die meisten Aufnahmen wurden von der IBAarau produziert und gehören heute dem Stadtmuseum Aarau. Sie sind tonlos, was eine rege Diskussion unter den Zuschauern ermöglichte. Die Dorfumzüge anlässlich des Jugendfestes 1988 und der Einweihung der Mehrzweckhalle im Jahr 2003 sorgten für besonders viele Wiedererkennungsmomente. «Wer fährt denn diesen Traktor? Ist es der Fritz oder der Petu?» «Unser Nils läuft bei den Kindergärtlern ganz vorne.» «Schau, wie das Rösli rotiert auf dem Wagen.» Ehemalige Mitglieder des Damenturnvereins erinnerten sich an das Kostüm, das sie am Umzug getragen hatten: «So Glitzerzeugs wie an der Street Parade.» Auch das Karussell weckte Erinnerungen. «Mir wurde wahnsinnig übel, als ich damit gefahren bin», rief eine Zuschauerin lachend.

Aufzeichnungen im Schwingkeller

Sportlich ging es im Schwingkeller zu und her: Dort waren Aufzeichnungen von Turnerabenden zu sehen, der Riverrafting-Ausflug der Damenriege sowie ein Film aus dem Jahr 1995, als man auf einem Eisfeld vor dem Schulhaus Schlittschuh laufen konnte. Auf der Bühne der alten Turnhalle flimmerte die Einweihung dieses Gebäudes im Jahr 1958 über die Leinwand. Damals wurde ein Findling, den man anschliessend als Brunnen herrichtete, auf den Schulhausplatz gesetzt. Als Gegenstück dazu war die Berichterstattung von «Schweiz aktuell» vom letzten Herbst über den Transport des grossen Findlings zu sehen. Die Zuschauer waren besonders beeindruckt darüber, wie der Stein vor beinahe 59 Jahren gesetzt wurde. «Sie haben mit Seilzügen gearbeitet und es war viel Handarbeit gefragt», meinte Herbert Ryf, der seit sieben Jahren im Dorf wohnt. «Das habe ich mir nicht so vorgestellt.»

Die Filmtage kamen an

Priska Hauri von der Jugend- und Kulturkommission war begeistert vom grossen Anklang, den die Filmtage gefunden haben. «Wir hatten sehr viele Besucher», erzählte sie. «Ältere Leute, aber auch Familien mit Kindern.» Gesprächsstoff gab es zuhauf. «Wer die Menschen nicht erkannte, kommentierte die Mode oder die Umgebung, zum Beispiel den Eingang zum Schulhaus, der früher auf der anderen Seite lag.» Die Tonaufnahmen mit Zeitzeugen, welche das Stadtmuseum Aarau machen wollte, konnten leider nicht durchgeführt werden. «Das wird aber bestimmt noch nachgeholt», versicherte Priska Hauri.

Nebst alten Filmen wurden auch aktuelle Aufnahmen gezeigt. «Diese zu bekommen, war recht schwierig», so Hauri. Doch die kürzlich entstandenen Drohnenaufnahmen von Staffelbach, Wittwil und Umgebung beeindruckten das Publikum ebenso wie die alten Filmdokumente und eine Zuschauerin meinte begeistert: «Wir wohnen halt schon an einem schönen Ort.»

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