«Endlich», sagte Thomas Kaspar, unübersehbar glücklich und zufrieden. «Endlich können wir Sie herzlich willkommen heissen zu unserem Konzert ‹Swingin’ Swiss Lady› mit Pepe Lienhard.» Diese Worte kündigten den gelungenen Ausgang eines Experiments an, das im Februar zu scheitern drohte. Damals war alles aufgegleist: Pepe Lienhard, weltbekannter Musiker und Bandleader, sollte zusammen mit den Musikgesellschaften Teufenthal Unterkulm (MGTU), die eine Spielgemeinschaft bilden, zwei Konzerte geben. Kurzfristig musste der Pepe Lienhard absagen: Hüftbeschwerden verunmöglichten einen Auftritt, eine Operation war unumgänglich.

«Als ich am Telefon unseren Dirigenten von der Absage unterrichtete, haben wir uns zuerst minutenlang angeschwiegen», erzählte Thomas Kaspar, Präsident der MGTU. «Wir mussten anschliessend die Musikanten informieren und an die Medien gelangen, um die Absage publik zu machen.» Schnell war klar, dass die Konzerte zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden würden. Am Wochenende war es nun so weit: Zweimal kam in den Genuss von mitreissenden Konzerten der MGTU mit Pepe Lienhard unter der Direktion von Rafal Jastrzebski.

Pepe Lienhard stand nicht nur als Solist auf der Bühne, wie zum Beispiel mit dem Piccolo beim «Pepe Lienhard Medley», auf dem Saxofon beim «Yakety Sax» oder zusammen mit dem Dirigenten Rafal Jastrzebski bei den «Billy-Vaughn-Goldies». Der Weltstar setzte sich mit seinem Saxofon auch mitten unter die Wynentaler Musikanten und spielte gemeinsam mit ihnen die «Moonlight Serenade» von Glenn Miller. Sogar am Dirigentenpult stand Pepe Lienhard und motivierte die Musikanten zu Höchstleistungen.

Neben dem Weltstar spielten zwei langjährige Mitglieder der MGTU eine Hauptrolle. Kurt Müller wurde für 60 Jahre Mitgliedschaft im Verein geehrt, bereits seit 70 Jahren spielt Walter Maurer in einer Blasmusik und darf sich nun «Eidgenössischer Ehrenveteran» nennen.

Mehrmals hatte Pepe Lienhard im Vorfeld der Konzerte an den Proben der MGTU teilgenommen. Wie erlebt denn ein Profi die Zusammenarbeit mit Amateuren? «Das Hauptkriterium ist die Freude an der Musik», erklärte Lienhard, «und diese spürt man hier. Die Musikanten sind aufgestellt und machen gerne mit. Das Wichtigste ist es, aus Musikern alles herauszuholen, was möglich ist, das ist auf jedem Level gleich.» Beeindruckt war er auch davon, wie die Mitglieder der MGTU die Absage seinerzeit weggesteckt haben. «Es ist schwierig, die Aufmerksamkeit wieder hinzubringen, aber sie spielen volle Pulle, man merkt, dass sie sich hineingekniet haben.»

Übrigens war Unterkulm für Pepe Lienhard kein unbekanntes Terrain. «Als 17-Jähriger besuchte ich hier Oboestunden bei Herrn Wild», erzählte der gebürtige Lenzburger, «und bin jede Woche mit dem Bähnlein hierhergefahren.»