Reitnau
Pastellbilder zwischen alten Druckpressen

Michelangelo malte schon mit Pastellkreide. Auch Carmen Keiser liebt diese Maltechnik. Ihre Werke, die oftmals die Kraft von Feuer und Wasser aufzeigen, stellt sie in der einheimischen Gutenberg-Werkstatt aus.

Zaneta Hochuli
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Carmen Keiser präsentiert ihre Bilder zum Thema Feuer und Wasser.

Carmen Keiser präsentiert ihre Bilder zum Thema Feuer und Wasser.

Zaneta Hochuli

Seit Carmen Keiser (44) aus Reitnau denken kann, malt sie leidenschaftlich. Früher vermehrt mit Farbstiften, seit rund acht Jahren mit Pastellkreide.

Für ihre erste Ausstellung in der Gutenberg-Werkstatt des Reitnauer Bruno Altherr sind innerhalb von einigen Monaten 30 Bilder entstanden, die die Kraft von Feuer und Wasser aufzeigen. «Die Symbolik von Feuer und Wasser fasziniert mich, da diese das Leben mit Licht und Wärme erfüllen. Ausserdem wird dem Feuer eine reinigende Wirkung zugesprochen», sagt die Künstlerin. «Ich selbst bin gerne am Wasser. Es hat eine beruhigende Wirkung auf mich und drückt eine grenzenlose Freiheit aus.» Der Moment vor einer leeren weissen Leinwand zu stehen, sei magisch, erzählt Carmen Keiser. «Ich lasse mich leiten, und wenn ein Werk gelingt, überwiegt die Freude.»

Bereits im 15. Jahrhundert hätten die Maler Michelangelo und Raffael Pastellkreide für ihre Skizzen eingesetzt, sagt Carmen Keiser. Die Hochblüte der Pastellmalerei habe im 17. und 18. Jahrhundert gelegen, «Sie wurde vor allem für Porträtmalereien genutzt, da die samtig-matte Oberfläche den Bildern eine besondere Leuchtkraft gab.»

Die brüchigen Kreidefarben werden mit den Fingern oder speziellen Pinseln verwischt und lassen zarte Farbübergänge und -schattierungen sowie Nuancen entstehen. Damit die Pastellkreiden auf den Bildern haften bleiben, werden sie mit einem Fixiermittel behandelt. Trotzdem bleiben die Bilder empfindlich und werden oftmals verglast.

Die Ausstellung von Carmen Keiser ist am Samstag, 17. Mai, zwischen 18 und 21 Uhr, am Sonntag, 18. Mai, zwischen 13 und 16 Uhr und am Freitag, 23. Mai, zwischen 18 und 21 Uhr geöffnet. Am 18. Mai, am internationalen Museumstag, öffnet Bruno Altherr seine Gutenberg-Werkstatt ab 11 Uhr.