Schöftland
«Passionato»: Der Flötist versprüht Romantik in der Kirche Schöftland

Der Flötist Christof Bischofberger und die Pianistin Jacqueline Jud-Müller begeistern mit ihren Interpretationen in der Kirche in Schöftland.

Jürg Nyffenegger
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Romantische Klänge in der Kirche Schöftland mit Jacqueline Jud-Müller, Klavier, und Christof Bischofberger, Flöte. Alex Spichale

Romantische Klänge in der Kirche Schöftland mit Jacqueline Jud-Müller, Klavier, und Christof Bischofberger, Flöte. Alex Spichale

Mit zwei Werken französischer Komponisten umrahmten die Künstler ein bekanntes Stück von Franz Schubert. Zunächst setzten sie sich mit Paul Taffanels Fantasie über Ambroise Thomas’ wenig bekannte Oper «Mignon» auseinander, in welcher das Schicksal des Zigeunermädchens Mignon und des jungen Wieners Wilhelm Meister erzählt wird.

Taffanel hat einige süffige Melodien aus dieser Oper zu einer Fantasie für Flöte und Klavier verwoben – ein Stück voller Sehnsucht und Virtuosität.

Die Interpretation gelang vorzüglich. Die reichen Schattierungen des Werkes kamen schön zur Geltung, obwohl der Flötist die hohen Töne mitunter etwas zu scharf hervorstechen liess.

Schönheit, Aufregung, Fantasie

Das zweite Werk eines französischen Komponisten war die wohlbekannte Violinsonate in A-Dur von César Franck aus dem Jahre 1886, die vier Jahre vor Francks Tod entstand.

In Schöftland erklang eine Fassung für Flöte und Klavier. Darf man das, kann man das? Man darf und kann, aber nicht jedes Werk eignet sich für eine solche Transkription. Die berühmte Geigerin Midori sagt zur einzigen Sonate Francks:

«Sie ist voller Schönheit, Aufregung, Fantasie, Schärfe und Dramatik.» Die Flöte vermag die Klangvielfalt einer Violine kaum zu ersetzen.

Vor allem im zweiten Satz vermisste man das Streichinstrument schmerzlich. Beide Musiker bemühten sich um eine gültige Interpretation.

Hier brillierte vor allem die Pianistin; der unglaublich schwierige Einstieg in den zweiten Satz wird von den Pianisten gefürchtet.

Jacqueline Jud-Müller bewältigte ihn problemlos. Franz Schuberts Variationen über das Lied «Trockene Blumen» aus dem Zyklus «Die schöne Müllerin» war der Höhepunkt des romantischen Abends.

Diesem Lied voller Trauer, Verzweiflung und Depression, das sich bis zur Euphorie in Erwartung des nahenden Frühlings entwickelt, wurden die Musiker in jeder Beziehung gerecht: ein Genuss, den lyrischen und virtuosen, den sehnsuchtsvollen und den in froher Erwartung ausgestalteten Stellen zuzuhören!

Mit zwei Romanzen Robert Schumanns entliessen die Künstler das dankbare Publikum in den lauen Vorsommerabend.