Bottenwil

Para-Radrennfahrer Roger Bolliger will eine Olympia-Medaille gewinnen

Paracycling-Fahrer Roger Bolliger mustert sich im Spiegel. Swiss Paralympic / Sabina Renfer

Paracycling-Fahrer Roger Bolliger mustert sich im Spiegel. Swiss Paralympic / Sabina Renfer

Der Bottenwiler startet im brasilianischen Rio de Janeiro zu seinen ersten Paralympischen Spiele. Am kommenden Freitag hat Roger Bolliger seinen ersten Einsatz.

Heute ist der Bottenwiler Roger Bolliger in Brasilien angekommen. Die Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro sind sein Ziel. Ein Ziel, auf das der Para-Radrennfahrer einige Jahre hingearbeitet hat.

Über 40 Rennen hat er in diesem Jahr schon gefinisht. «Ich arbeitete darauf hin, am Tag X in Rio in Bestform zu sein», sagt er. Er sei fit und parat für die Paralympischen Spiele auf dem südamerikanischen Kontinent – notabene seine ersten.

«Der Bottenwiler ist aktuell der erfolgreichste stehende Radfahrer von Swiss Paralympic und in der Weltrangliste in der Weltspitze klassiert», schreibt das Schweizerische Paralympische Komitee über den Bottenwiler.

Das Ziel in Rio sei deshalb klar: eine Medaille. «Klar gehe auch ich mit diesem Ziel an den Start», sagt Roger Bolliger. Er wolle aber realistisch bleiben. Zwar sei er in der Weltrangliste unter den besten zehn, «mit ein wenig Wettkampfglück könnten ein Diplom oder vielleicht auch eine Medaille drin liegen», sagt er.

Vier Rennen in acht Tagen

Roger Bolliger verlor vor 14 Jahren bei einem Arbeitsunfall in einer Käserei seinen rechten Oberschenkel. Die Liebe zum Sport und zur Bewegung brachten ihn danach zum Para-Cycling. Die Leidenschaft packte den heute 41-Jährigen so sehr, dass er es bis in die Nationalmannschaft schaffte – und die Paralympischen Spiele in Rio immer greifbarer wurden.

Nun ist der Bottenwiler in der brasilianischen Millionenstadt gelandet. Am Donnerstag hat er sein letztes Training auf der Strasse absolviert, zuvor eines auf der Bahn. Am 9. September wird er in sein erstes Rennen steigen. Auf dem Programm stehen 3000 Meter Verfolgung auf der Bahn. Danach folgen drei weitere Rennen: am 10. September 1000 Meter Verfolgung auf der Bahn, am 14. September das Zeitfahren auf der Strasse und am 16. September das Strassenrennen.

«Das ist ein abwechslungsreiches, aber auch ein happiges Programm. Aber es ist natürlich schön, wenn man so viele Startmöglichkeiten bekommt», sagt Bolliger. Er hat nun rund eine Woche Zeit, um sich an Rio de Janeiro, die Umgebung und an die klimatischen Verhältnisse zu gewöhnen.

Zuversichtlich stimmt Roger Bolliger die starke Saison, die er hinter sich hat: In Südafrika wurde er Zweiter im Zeitfahren und Dritter im Strassenrennen, in Belgien 9. im Zeitfahren und 11. auf der Strasse, dazu kamen weitere Podestplätze bei vielen anderen Rennen. «Es ist schwierig, diese guten Leistungen zu konservieren und sich noch zu steigern», sagt der Bottenwiler.

Am kommenden Freitag wird sich in der brasilianischen Metropole zeigen, ob ihm dies gelingt. Dann wird er zum ersten Mal ins Rennen um eine olympische Medaille steigen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1