Als publik wurde, dass die Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) ihren blauen Salonwagen verschotten will, «da ging ein Aufschrei der Entrüstung durch die Bevölkerung», erzählt Olivia Bertschi (19). Die junge Kauffrau arbeitet, wie ihre beiden Schwestern und ihr Bruder im Transport- und Recycling-Geschäft der Familie. Als Projektleiterin hat sie die schöne, aber nicht leichte Aufgabe zu lösen, den blauen Salonwagen aufs Gelände des Recycling-Paradies zu transportieren und aufstellen zu lassen.

«Wir wollen den Salonwagen erhalten und weiter nutzen», sagt Olivia Bertschi. «Meine Schwester Karin, die Geschäftsführerin der Sammelstelle, freut sich jetzt schon über dieses Bijou.» Es ist geplant, den Wagen auf dem Gelände auf ein Stück Schienen zu stellen und als Klassenzimmer und Schulungsraum einzusetzen. Immer wieder begeben sich Schulklassen ins Recyclingparadies, um den richtigen Umgang mit Abfall zu lernen. «Der Wagen soll weiter bestehen», sagt Olivia Bertschi, «immerhin haben auch unsere Eltern vor bald dreissig Jahren ihren Hochzeitsapéro darin gefeiert.»

Noch ist nicht definitiv entschieden, wie der Transport geschieht. Entweder werde das 18 Tonnen schwere Gefährt auf einen Tieflader mit Schienen gezogen oder mit einem Spezialkran auf einen Tiefladeanhänger gehoben.

Am neuen Ort bereiten die Angestellten der Firma Schotterbett und Schienen vor. Dabei werden sie von der WSB mit Material unterstützt. Transport und Aufstellen des Triebwagens kosten eine Stange Geld. Olivia Bertschi rechnet mit 10000 Franken, die von der Firma aufzubringen sind. «Der Erhalt des Wagens als Kulturgut ist uns wichtig, wir wollen den Recyclinggedanken aktiv pflegen», sagt die junge Geschäftsfrau.