Spielgruppe
Ohne Kinder gibt es keine Spielgruppe im Wald

Die Waldspielgruppe Paradiesli des Elternvereins Kulm steht kurz vor dem Ende. Nur noch wenige Kinder besuchen das Angebot. Bereits jetzt musste der Leiterin der Waldspielgruppe vorsorglich die Kündigung ausgesprochen werden.

Christine Fürst
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Die Waldhängematte ist eine willkommene Abwechslung für die Kinder.

Die Waldhängematte ist eine willkommene Abwechslung für die Kinder.

Sandra Mannhart

Sie sind mit viel Hoffnung und Zuversicht ins neue Jahr gestartet. Doch kaum sind die ersten Wochen nach den Sommerferien vorbei, muss der Elternverein Kulm eine wenig erfreuliche Bilanz ziehen: Nachdem sieben Kinder für die Waldspielgruppe Paradiesli in Unterkulm angemeldet wurden und deren zwei wieder gegangen sind, steht das Angebot vor dem Ende.

Die Präsidentin des Elternvereins, Annerös Baumann, schreibt auf der Homepage: «Wir wussten, dass es leicht defizitär enden würde.» Denn die Waldspielgruppe startete mit sieben Kindern ins neue Semester, obwohl klar war, dass das Angebot erst ab zehn Kindern schwarze Zahlen bringen würde. «Wir wollten diesen sieben Kindern die Chance bieten, in die Waldspielgruppe zu gehen», sagt Andrea Meier, verantwortlich für die Spielgruppen im Elternverein. Man habe sich entschlossen, trotzdem zu starten und das Angebot vom Elternverein quer subventionieren zu lassen.

Konkurrenz ist gross

Für die rückgängigen Zahlen hat Andrea Meier eine Vermutung: «Vielleicht nimmt der Boom der Waldspielgruppe wieder ab oder es gibt einfach zu viel Konkurrenz.» Damit spricht sie die vielen Waldspielgruppen in der Umgebung an und auch neuere Angebote, wie beispielsweise die Spielgruppe auf dem Bauernhof in Reinach.

Zudem würden viele fremdsprachige Familien ihre Kinder nicht in die Spielgruppe schicken, oft auch des Geldes wegen. Für Mitglieder des Elternvereins kostet die Waldspielgruppe pro Kind für 2,5 Stunden pro Woche für ein Semester 430 Franken, für Nicht-Mitglieder 530 Franken.

Leiterin bekam Kündigung

Weil die Waldspielgruppe so kurz vor dem Ende steht, wurde der Waldspielgruppenleiterin - die auch die normale Spielgruppe leitet - bereits auf Ende November gekündigt. «Die Kündigung wird jedoch erst rechtskräftig, wenn wir bis dahin nicht mehr Kinder bekommen», sagt Meier.

Mittlerweile wurden zwei neue Kinder für die Waldspielgruppe angemeldet. Nun hofft Meier, dass die Gruppe noch etwas mehr Zuwachs bekommt. Denn das Spielen im Wald habe für Kinder einige Vorteile: Die Kinder würden lernen, die Natur zu respektieren, zudem würden sie allen Jahreszeiten erleben und Veränderungen entdecken und die Kreativität werde stark gefördert.