Unterkulm
Ohne ein Unterhaltungskonzept ging alle Aufmerksamkeit an die Aussteller

Der Verein Gewerbe Kulm hat an seiner GV ein positives Fazit über die letzte Regionalmesse gezogen.

Sibylle Haltiner
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Sibylle Haltiner

Im vergangenen Oktober fand unter dem Motto «zäme vorwärts» die Regionalmesse «W14» des Vereins Gewerbe Kulm statt. Die Organisatoren hatten auf verschiedene Neuerungen gesetzt: Für den Aufbau war erstmals ein Messebauer verantwortlich, die Ausstellungsfläche verzettelte sich nicht auf mehrere Standorte, sondern war auf Mehrzweckhalle und Zelt beschränkt, und es wurde bewusst auf ein Unterhaltungsprogramm verzichtet. An der Generalversammlung von Gewerbe Kulm vom Samstagabend zog OK-Präsident Hans Jörg Elsasser Fazit.

Wegen Ferien weniger Besucher

Die Zuschauerzahl war gegenüber den vergangenen Gewerbeausstellungen leicht rückläufig, viele Leute weilten Anfang Oktober wohl in den Herbstferien. «Grundsätzlich hatten wir aber besonders viele interessierte Besucher», erklärte Elsasser. Das neue Konzept mit dem grossen Zelt habe sich gelohnt. «Die Kompaktheit kam bei den Besuchern sehr gut an.» Für die nächste Messe im Jahr 2020 möchte man wieder in den Frühling zurückkehren. Zudem sollen sie ausserhalb der Ferien durchgeführt werden. «Da mit dem neuen Konzept nur noch eine Turnhalle benötigt wird, kann die Regionalmesse vielleicht auch während der Schulzeit stattfinden», meinte Tobias Gloor, Präsident von Gewerbe Kulm.

Obwohl für das neue Konzept mit Messebauer und dem Verzicht auf ein Unterhaltungsangebot keine Vergleichszahlen vorhanden waren, gelang mit dem Budget eine Punktlandung. Es resultierte bloss ein kleiner Verlust von 585 Franken. Einen um beinahe 15 000 Franken höheren Aufwand als geplant ergab sich beim Standbauer. Dies sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass viel mehr Fläche mit Teppich ausgelegt wurde als geplant, erklärte Elsasser. Dass der Verlust trotzdem so minim ausfiel, ist nicht zuletzt auf den Verzicht des OKs auf einen grossen Teil seiner Entschädigung zurückzuführen. «Jetzt haben wir aber eine Basis für das nächste Mal», so der OK-Präsident. Bei den Ausstellern kam der Verzicht auf ein Unterhaltungsprogramm besonders gut an. In früheren Jahren hatten sie dieses mitfinanzieren müssen, obwohl dadurch die Zuschauer vom Besuch der Stände eher abgehalten wurden. «Wir Aussteller standen im Mittelpunkt, nicht die Unterhaltungsshows», meinte Klaus Tepper vom Anzeiger von Kulm. Auch Beatrice Wild von der Wyna Apotheke, Unterkulm, bestätigte: «Es war sehr gut, dass die Messe zum ersten Mal ohne grosses Tamtam durchgeführt wurde. Es geht ja um die Präsentation des Gewerbes und die Leute kamen nun tatsächlich wegen der Aussteller. Wir waren schon an vielen Ausstellungen dabei und diese war vom Konzept her eine der besten.»

Manche kamen gleich mehrmals

OK-Präsident Hans Jörg Elsasser war auch als Gewerbetreibender und Aussteller zufrieden. «Wir kamen mit Leuten ins Gespräch, die wir sonst nicht erreicht hätten, und haben viele neue Kontakte geknüpft», erklärte der Inhaber eines Haushalt- und Eisenwarengeschäfts. Auch Tobias Gloor, Verkaufsleiter der Garage Fäs AG und Präsident von Gewerbe Kulm, äusserte sich positiv über das neue Konzept. «Es kamen vor allem Besucher aus den umliegenden Dörfern, einige sogar mehrmals. Eine Regionalmesse ist immer eine Investition in die Zukunft.»

Der Verein Gewerbe Kulm hat zurzeit 106 Aktivmitglieder, 2017 standen sechs Austritte sieben Eintritten gegenüber. Barbara Seydoux (Valiant Bank) wird den Vorstand verlassen, da sie eine neue Stelle angetreten hat. Neu in den Vorstand, der nun wieder acht Mitglieder zählt, wurden Evelyn Bolliger (Valiant Bank) und Tatjana Wiederkehr (Malergeschäft Döbeli AG) gewählt.