Oftringen
Gemeinderatswahlen: Verhindert diese Frau ein Comeback der SVP?

Am kommenden Wochenende finden in Oftringen Gemeinderatswahlen statt. Neben vier Bisherigen kandidieren diese zwei Neuen.

Janine Müller
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Sarah Sommer ist bis Ende Jahr Schulpflegepräsidentin.

Sarah Sommer ist bis Ende Jahr Schulpflegepräsidentin.

Janine Mueller

Sarah Sommer (41, parteilos) mag es, wenn sie sich engagieren kann. Sei es als vierfache Mutter – das jüngste kommt im Sommer in den Kindergarten –, als aktuelle Schulpflegepräsidentin oder auch im Beruf. Nach ihrem Molekularbiologie-Studium arbeitete sie in Basel als Biologielaborantin. Mit ihrem damaligen Mann zog es sie zurück nach Oftringen, wo das Paar ein Haus baute. Nach der Geburt des zweiten Kindes liess sich Sarah Sommer zusätzlich zur Gymnasiallehrerin ausbilden. Als für die Oftringer Schulpflege Mitglieder gesucht wurden, stellte sich Sarah Sommer zur Verfügung und wurde auf Anhieb per Anfang 2018 Präsidentin. «Dieses Amt war und ist für mich ideal», sagt sie. «Einerseits bin ich so schulpolitisch immer auf dem Laufenden und andererseits konnte ich mir die Arbeit grösstenteils frei einteilen.»

Sie legt auf nachhaltige Entwicklung Wert

Aktuell ist sie in der Ausbildung zur Schulleiterin an der pädagogischen Hochschule Luzern. Durch ihre Arbeit als Schulpflegepräsidentin bekam sie Gefallen und Interesse an der Gemeindepolitik. Sarah Sommer bezeichnet sich als Verfechterin der Sachpolitik. Auch darum will sie sich keiner Partei anschliessen. Sie sagt:

«Ich bin es gewohnt, anhand von Fakten zu entscheiden. Das wäre auch als Gemeinderätin enorm hilfreich.»

Der 41-Jährigen liegt viel an der nachhaltigen Entwicklung, sei es im Bereich der Integration – «das ist bereichernd» – oder auch in der Energiepolitik. «Mit meiner Wahl würde die aktuell bürgerliche Mehrheit im Gemeinderat etwas gelockert werden», sagt Sarah Sommer. «Eine sozialer ausgerichtete Regierung wäre für Oftringen sicher sinnvoll.» Als grösste Herausforderung der Gemeinde Oftringen sieht Sarah Sommer das starke Wachstum verbunden mit der tiefen Steuerkraft. «Einerseits braucht es mehr Infrastruktur, andererseits sind die Mittel dafür beschränkt», sagt sie. «Hier muss der Gemeinderat gute Lösungen im Team finden, um die Gemeinde weiterzubringen.»

Reto Wild gehört der Finanzkommission an.

Reto Wild gehört der Finanzkommission an.

Janine Mueller

Weit braucht Reto Wild nicht zu gehen, um sich in den Ferien zu fühlen. In seinem grosszügigen Garten gibt es einen Pool, eine schön eingerichtete Lounge und so einige Pflanzen. Perfekt, um nach einem Arbeitstag zu entspannen. Hier fühlt sich der 46-jährige SVP-Politiker mit seiner langjährigen Partnerin Jeanette Visser wohl. Gemeinsam kümmern sie sich um ihr liebstes Hobby: drei Katzen. «Sie werden sehr verwöhnt», sagt Reto Wild und lacht. Der selbstständige Unternehmer – er ist Inhaber von Cycling Sport Wild in Olten – tritt erneut als Gemeinderatskandidat an. Dies, nachdem er es bereits vor vier Jahren versucht hatte und dabei allerdings scheiterte. Unter anderem, weil ihm eine Rückenoperation wegen einer angeborenen Krankheit einen Strich durch die Rechnung machte. Nun sei er überrascht gewesen, dass Werner Rudin (FDP) bereits nach vier Jahren nicht mehr wieder kommt. Seine erneute Kandidatur begründet Wild wie folgt: «Die SVP ist die wählerstärkste Partei in Oftringen. Sie muss im Gemeinderat vertreten sein. Die Vertretung unserer Wähler würde der Gemeinde guttun.»

Er verzichtet bewusst auf ein Parteilogo auf seinen Plakaten

Reto Wild ist schon lange Mitglied der SVP. Vier Jahre war er im Kantonalvorstand und seit drei Jahren ist er Präsident der SVP Oftringen-Küngoldingen. «Ich bin aber wohl eher auf der sozialen Seite der SVP», sagt er. Und:

«Der Umgang einiger SVP-Exponenten mit den Menschen gefällt mir nicht.»

Reto Wild verzichtet aus diesem Grund bewusst auf das Parteilogo auf seinen Plakaten. Wild steht zwar zum Parteibuch der SVP, «aber nicht zum Umgang». Ein Grund dafür ist sein christlicher Glaube, der Reto Wild sehr wichtig ist. Basierend darauf, setzt er sich unter anderem gegen die Islamisierung ein. «Ich habe nichts gegen andere Religionen, wehre mich aber dagegen, dass Steuergelder für den Bau von Moscheen eingesetzt werden. So weit würde es kommen, würde der Islam als offizielle Religion der Schweiz angesehen werden.»