Reinach

Oberwynental: Kläranlage wird für 60000 Einwohner ausgebaut

Die ältesten Teile der Anlage wie die runden Absetzbecken und die Belüftungsbecken der ersten Generation werden abgebrochen. Peter Siegrist

Die ältesten Teile der Anlage wie die runden Absetzbecken und die Belüftungsbecken der ersten Generation werden abgebrochen. Peter Siegrist

Das Kläranlage-Projekt im Oberwynental für den Ausbau und die Sanierung der ARA Reinach kommt zur Abstimmung. Es wird um einen Betrag von 31 Millionen Franken gesprochen werden müssen

Der Abwasserverband Oberwynental (AOW) präsentiert den sechs Mitgliedsgemeinden ein Ausbauprojekt für die Abwasserreinigungsanlage ARA im Moos. 31 Millionen Franken betragen die Investitionen in die Erweiterung und umfangreiche Sanierung der bestehenden Anlage.

«Mit der heutigen Anlage stossen wir an die Kapazitätsgrenze», sagt Verbandspräsident Joe Eugster. «Und die verschärften Einleitungsbedingungen für das geklärte Wasser erfüllen wir auch nicht mehr.» Eugster bringts kurz auf den Punkt: «Mehr Einwohner, grössere Betriebe gleich mehr Abwasser: Wir müssen handeln.»

Primäranlage aus den 60er-Jahren

Die Kläranlage im Reinacher Moos wurde 1962 in Betrieb genommen. Grosse Teile dieser Anlage aus der Gründerzeit sind heute noch in Betrieb, weisen aber Alterserscheinungen auf. «Die meisten Elektro- und Steuerungsanlagen sind derart veraltet, dass man sie am liebsten nicht mehr anrührt», spitzt Eugster das Problem zu.

Dem Abwasserverband Oberwynental (AOW) gehören heute die vier Gemeinden Burg, Leimbach, Menziken und Reinach an. Dazu gestossen sind weiter die Luzerner Gemeinden Beromünster und Rickenbach, deren Abwässer in die ARA nach Reinach geleitet werden. Der AOW ist zuständig für die Sammelkanäle aus den Gemeinden und als Anlagebetreiber für die Reinigung der Abwässer.

Bereits dreimal ausgebaut

Dreimal ist die Anlage bereits ausgebaut und erweitert worden. Mehr Einwohner und immer wieder verschärfte Vorschriften verlangten ein stetiges Anpassen. Zwischen 1984 und 1989 wurde eine weitere biologische Reinigungsstrasse erstellt, 1991 bis 1995 kam die Erweiterung um eine dritte Reinigungsstufe dazu. Als Letztes wurde 2006 eine neue Faulraumheizung installiert.

Eine klassische Anlage geplant

Der Verband sieht vor, die Anlage um eine komplette Reinigungsstrasse zu erweitern und damit die Kapazität namhaft zu erhöhen.

Die neue Anlage weist die gleichen Reinigungsstufen auf, welche hintereinander geschaltet werden: Rechen mit Sandfang – Vorklärung – Biologische Reinigung und Filtration. In den nächsten Jahren müsse noch eine zusätzliche Behandlungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen gebaut werden, sagt Eugster. «Darunter verstehen wir Rückstände von Medikamenten, Körperpflege- und Reinigungsmitteln.» Das vorgelegte Projekt sieht vor, bereits das Gebäude ohne die nötigen Installationen zu bauen.

Erweiterung und Betrieb

Bautechnisch hat dieses Projekt den Vorteil, dass zuerst die neue Anlage gebaut und in Betrieb genommen werden kann, während die bestehende Anlage weiterläuft.

Anschliessend werde saniert und «die ältesten Teile werden abgebrochen». Mit diesem Verfahren werde sichergestellt, dass die Abwässer nie ungeklärt in die Wyna flössen. Die Bruttoinvestitionskosten betragen 31,7 Mio. Franken. 2007 war man noch von 15 Millionen ausgegangen. Die grössere Dimensionierung (60 000 statt 40 000 Einwohner) und die verschärften Einleitungsbedingungen verlangten die Anpassung des Projekts.

Die Verbandsgemeinden legen den Bruttokredit an den Sommer-Gmeinden dem Souverän vor. Die Kosten werden aufgeteilt je nach Einwohnergleichwerten. Ist der Kredit genehmigt, hofft der Verband auf die Baubewilligung im Herbst 2013. Er rechnet mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren bis im Sommer 2016.

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