Unterkulm
Oberstufe der Kreisschule Mittleres Wynental verliert acht Abteilungen

Kreisschulleiter Alois Zwyssig äussert sich zur Kritik an den Lehr-Pensenentscheiden und erläutert das Vorgehen der Kreisschulpflege Mittleres Wynental.

Peter Siegrist
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Bezirksschule und Mehrzweckhalle in Unterkulm

Bezirksschule und Mehrzweckhalle in Unterkulm

ZVG

Im Wynentaler Blatt hat diese Woche die ehemalige Teufenthaler Schulpflegerin Barbara Battaglia einen Leserbrief platziert und das Verfahren der Lehrpensenzuteilung der Kreisschule Mittleres Wynental für das neue Schuljahr scharf kritisiert.

Dass die Umstellung auf 6/3 komme, sei schon lange bekannt, sagt sie auch gegenüber der az, doch die Kreisschule habe zu spät reagiert. «Kurz vor Weihnachten haben sie Kündigungen ausgesprochen und die überzähligen Lehrpersonen in einer Hauruckübung entlassen.» Battaglia sagt auch, es seien die Falschen entlassen worden, wohl diejenigen, «die zuviel hinterfragt oder reklamiert haben». Und sie fügt an: «Wir wissen, was wir und vor allem unsere Kinder verlieren.»

Neue Rahmenbedingungen

Für die Kreisschule Mittleres Wynental (KSM) nimmt Schulleiter Alois Zwyssig Stellung und zeigt auf, wie Kreisschulpflege und Schulleitung die Umstellung von 5/4 auf 6/3 geplant haben. «Weil parallel dazu die Schülerzahlen ebenfalls sinken bis 2019, kumuliert sich das Ganze», sagt Zwyssig.

Die KSM führe heute 22 Abteilungen (Bez/Sek/Real) mit insgesamt 375 Schülerinnen und Schülern. Diese kämen aus Unterkulm, Oberkulm, Teufenthal und vereinzelte aus Gontenschwil, Zetzwil. «Im neuen Schuljahr 2014/15 werden es noch rund 250 Schüler sein», sagt Zwyssig. Die Kreisschule werde daher von 22 Abteilungen auf 14 Abteilungen schrumpfen.

Dies wiederum habe Auswirkungen auf die Lehrerpensen. Wenn heute an der KSM total 54 Lehrerinnen und Lehrer (Voll- und Teilpensen) unterrichten würden, könnten ab Sommer 2014 nur noch 34 beschäftigt werden. «Das sind die Rahmenbedingungen, die sich aufgrund der Schülerzahlen und des neuen Systems 6/3 ergeben», so Zwyssig. «Diese Situation wurde den Lehrpersonen bereits im Dezember 2011 erläutert.»

Die Lehrpersonen waren involviert

Gemeinsam mit der Kreisschulpflege wurde an der KSM-Wynental ein Konzept erarbeitet, wie mit der neuen Situation umzugehen sei. Dass es zu Pensenveränderungen und zu Entlassungen kommen werde, zeichnete sich rasch einmal ab.

«Ein Ziel war, die Pensen zu bündeln», sagt Zwyssig, «also zu versuchen, ganz kleine Teilpensen zu vermeiden.» Ebenso habe man den Monofachlehrpersonen geraten, sich via Weiterbildung eine weitere Qualifikation zu erwerben. «Wir sind bei unseren Überlegungen jeweils davon ausgegangen, für die Schüler gute Bedingungen zu schaffen, etwa möglichst wenig verschiedene Lehrkräfte pro Abteilung.»

Ab Sommer 2012 zog die Schulpflege einen externen Coach bei, welcher den ganzen Prozess begleitet hat. Zuerst sei zusammen mit den Lehrpersonen ein Kompetenzraster entwickelt worden. «Wir brauchten ein geeignetes Instrument für die Beurteilung im Rahmen der Mitarbeitergespräche. Bei dieser Arbeit waren die Lehrpersonen involviert.»

Im Februar 2013 legte die Schulpflege einen Kriterienkatalog als Förder- und Beurteilungsmittel fest. Anfang März 2013 wurden alle Lehrpersonen über das Vorgehen und den zeitlichen Ablauf informiert.

Entscheide Ende Jahr mitgeteilt

Schulleitung und Schulpflege haben mithilfe der Kriterienkataloge die Pensenentscheide vorbereitet. Massgebend waren dafür die Qualität des Unterrichts, Befähigung mindestens für zwei Fächer, Bestrebungen nach grösseren Pensen, die Teamzusammensetzung (Alter, Geschlecht, Kompetenzen) und auch die soziale Verantwortung der Schule gegenüber der Lehrpersonen.

Aufgrund dieser Kriterien fällte die Kreisschulpflege als Anstellungsbehörde die Pensenentscheide, und hielt fest, wer weiterhin an der KSM-Wynental unterrichten kann und wer nicht. «Es war also kein Chef-Entscheid, wie zu lesen war», sagt Zwyssig.

Schulpflege und Schulleitung haben diese Entscheide den Lehrpersonen in kurzen Gesprächen gemäss Terminplan noch vor Ende Jahr mitgeteilt. Kündigungen wurden jedoch noch keine ausgesprochen. «Dies ist keine einfache Angelegenheit», sagt Zwyssig, «doch wir sind gezwungen, die gesetzlichen Vorgaben auszuführen.»