Gemeindeversammlung
Niederlage für IBA: Kölliker lehnen Elektrizitätswerk-Verkauf ab

Weder der Kaufpreis von 12 Millionen Franken noch das Weibeln des Gemeinderats zeigte am Ende Wirkung: Die Gmeind will das EWK behalten.

Peter Weingartner
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Die Kölliker wollen das EWK nicht aus der Hand geben. Symbolbild:Keystone

Die Kölliker wollen das EWK nicht aus der Hand geben. Symbolbild:Keystone

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Die Kölliker wollen ihr Tafelsilber, das Elektrizitätswerk EWK AG, nicht verscherbeln. Nach einer intensiven Diskussion beschlossen sie gestern Abend mit 94 zu 78 Stimmen, die Offerte der IBAarau nicht anzunehmen. Deren Verwaltungsrat und Geschäftsleitung hatten sich stark für den Kauf engagiert. Der angebotene Preis von 12 Millionen Franken hatte laut dem zuständigen Gemeinderat Christoph Müller (FDP) «sämtliche Erwartungen des Gemeinderates übertroffen».

«Das ist ein sehr guter Preis», sagte gestern Abend auch Finanzkommissionspräsident Beat Bitterli, einer der Befürworter des Verkaufs. «Zwei Drittel der Einnahmen bleiben erhalten und wir haben die Chance, ausserordentliche Projekte zu realisieren.»

«So etwas verkauft man nicht»

Sebastian Wildi, der sich im Vorfeld der Gemeindeversammlung schon gegen die Veräusserung ausgesprochen hatte, brachte seine Haltung noch einmal auf den Punkt: «Das Elektrizitätswerk schreibt schwarze Zahlen. So etwas verkauft man nicht. Die IBA soll Partner bleiben, nicht Käufer werden.» Auch Andreas von Gunten, der neu gewählte SP-Gemeinderat, weibelte für ein Nein zur Vorlage: «Wenn wir verkaufen, geben wir die Entscheidungsgewalt aus der Hand. In fünf Jahren kann IBAarau mit uns machen, was sie will.»

Die Diskussion dauerte lange, die negativen Voten überwogen. Nachdem die SP die Nein- und die FDP nur halbherzige die Ja-Parole herausgegeben hatten, war das gestrige Nein am Ende keine Überraschung. Dies umso mehr, als diese Woche auch ein von 50 Personen unterzeichnetes gegnerisches Flugblatt an alle Haushalte verteilt worden war.
Da von 2806 Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern nur 184 anwesend waren (knapp 6,6 Prozent), unterliegt der Beschluss dem fakultativen Referendum. Gemeindeammann Fredy Gut sagte denn auch in Richtung der Verkaufsgegner: «Denkt daran, die Schlacht ist noch nicht gewonnen. Es gibt die Möglichkeit des Referendums und damit einer Urnenabstimmung.» (WPO/NRO)