Oberkulm
Nicole Jo verzaubert das Soodhüsli

Die Deutsche Nicole Johänntgen holte am Freiluftkonzert beim Oberkulmer Soodhüsli alles aus ihrem Saxofon heraus.

Thomas Bucher
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Nicole Johänntgen überraschte mit unkonventionellen Tönen.

Nicole Johänntgen überraschte mit unkonventionellen Tönen.

Thomas Bucher

Ein Handschlag hier, eine herzliche Umarmung da: Es schien , als ob das deutsche Quartett «Nicole Jo und Band» im Oberkulmer Soodhüsli zu Hause wäre – dem Ort, den die Wynentaler Kulturkommission Kukuk der Gemeinden Oberkulm, Unterkulm und Teufenthal einmal im Jahr zum Freiluft-Konzertareal umfunktioniert. Nicole Johänntgen, die zierliche Saxofonistin und Frontfrau der Band, brachte am Wochenende mit einer Mischung aus Blues, Pop und Jazz knapp 200 Gäste in Stimmung.

Nicole Johänngten sieht sich nicht als Bandleaderin, obwohl sie mit dem Saxofon die Leadstimme übernimmt und für Tourplan und Administration verantwortlich ist: «Das Schöne an der Band ist: Wir sind vier Köpfe, die kompositorisch und kreativ mitwirken. Wir lassen einander freien Lauf, woraus ganz coole Sachen entstehen.» Johänntgen hat Saxofon und Komposition studiert, und auch die anderen drei Bandmitglieder sind Berufsmusiker: Nicoles Bruder Stefan (Keyboard), Christian Konrad (Bass) und Elmar Federkeil (Drums).

Bald erscheint ein neues Album von Nicole Jo und Band. Ein Teil der Songs bestehen bereits als «Basic Tracks» auf Smartphones, die im Studio nur noch ausgebaut werden müssen. Alle vier Bandmitglieder komponierten mit. Johänntgen zog der Liebe wegen 2005 vom Saarland in die Schweiz. «Zürich und der nahe Flughafen sind für mich idealer Ausgangspunkt für Tourneen nach Frankreich, Italien oder Deutschland.» Ihr nächstes grosses Projekt wird sie im Winter nach Thailand führen, wo sie für eine Wohltätigkeits-CD im Auftrag des Königs den Saxofon-Part übernehmen wird.

Das Publikum reagierte positiv auf die unkonventionelle Art von Musik, die bald sphärisch, bald jazzig, bald groovig, bald arrhythmisch war: «Was die mit ihrem Sax für Töne erzeugt, das glaubt man gar nicht», hiess es aus dem Publikum. Vereinzelt tauchten auch kritische Stimmen auf: Ihnen war die Musik zu experimentell.

Kukuk-Präsidentin Katharina Woodtli hatte die Band auf der Thuner Künstlermesse getroffen. Für sie hat sich das musikalische Experiment gelohnt: «Wir hatten weniger Leute erwartet.» Nach Jazz in den vergangenen Jahren versucht es die Kukuk nächstes Jahr mit Rock’n’Roll.

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