SVP Kulm

«Nicht trotz, sondern wegen der Kritik gewählt»: Borer erzielt das drittbeste Resultat im Bezirk

Barbara Borer-Mathys hat mit ihrer Aussage über «Parteikollegen ohne Anstand» einen Nerv getroffen. Klar ist seit Sonntag: Die Wählerinnen und Wähler haben Borers Statement goutiert.

Gehofft hatte sie auf ein anständiges Resultat, geworden ist es das drittbeste im Bezirk: Barbara Borer-Mathys (37), Rechtsanwältin und Präsidentin der SVP Kulm, ist Grossrätin. Gewählt mit 3763 Stimmen, hinter Christian Merz (3939) und Bruno Rudolf (3780). «Es ist unglaublich, dass das gelungen ist», sagt sie kurz nach ihrem Eintreffen im Aarauer «Schützen». Die Freude ist ihr deutlich anzumerken, ebenso die Erleichterung. So klar, wie sie am Sonntag gewählt wurde, so klar hätte sie von den Wählern auch gestraft werden können.

Barbara Borer hat heftige zehn Tage hinter sich. In einem offenen Brief kritisierte die Tochter von SVP-Urgestein Hans Ulrich Mathys (ehemaliger Nationalrat und Kantonalparteipräsident) den Zustand in ihrer Partei. «Gewissen Exponenten fehlt der Anstand», schrieb sie. Und weiter: «Es gibt Grundregeln, wie man sich begegnet und miteinander umgeht.» Den Namen nannte sie nicht, doch wer gemeint war, war klar: Parteipräsident und Nationalrat Andreas Glarner.

Das macht sie extrem stolz

Ein Statement, das für gehörig Wirbel sorgte. Schweizweit. Selbst die NZZ griff ihre Aussagen auf. Borer sagt, sie sei mit ihnen damit an die Öffentlichkeit, damit der Wähler weiss, wen er wählt. «Ich bin nicht blauäugig da rein, ich war mir sehr bewusst, welche Wellen meine Aussagen werfen würden. Aber ich war überrascht, welche Reichweite die Geschichte erlangt hat», sagt sie am Sonntag. Das Echo war enorm, genauso wie die Bandbreite der Tonalität. «Ich habe sehr viel Zuspruch von der Basis bekommen.» Aber eben auch andere Rückmeldungen. Borer geht nicht ins Detail, aber sie sagt: «Man liest nicht gerne E-Mails, die unter die Gürtellinie zielen.» Klar ist seit Sonntag: Die Wählerinnen und Wähler haben Borers Statement goutiert. «Ich bin nicht trotz, sondern wegen der Kritik gewählt worden», sagt sie. Und das mache sie extrem stolz. «Es ist eine grosse Ehre, sich für einen Bezirk einsetzen zu dürfen.»

Ob ihr Vater Hans Ulrich Mathys einen Tipp mitgegeben hat? Barbara Borer nickt. «Er sagt immer, man solle seinen Weg gehen und sich selbst treu bleiben – sonst überlebt man nicht.»

Meistgesehen

Artboard 1