Suhrental
Nicht alle Gemeinden sagen Ja zu den Windkraftanlagen

Regionalverband unterstützt Windparkprojekte ob Kirchleerau und Staffelbach

Christine Fürst
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Die Visualisierung zeigt die beiden Anlagen der CKW auf Kirchleerber (vorne) und jene auf Trienger Boden.

Die Visualisierung zeigt die beiden Anlagen der CKW auf Kirchleerber (vorne) und jene auf Trienger Boden.

Walter Christen/Luventa

Im Mai dieses Jahres gab die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) bekannt, dass sie im Gebiet ob Kirchleerau und Kulmerau einen Windpark mit vier Windkraftanlagen plant. Damit brachte sie einen Stein ins Rollen. Denn auch auf dem gegenüberliegenden Hügelzug, «uf em Chalt» ob Staffelbach, planen Niklaus Walther und Rudolf Müller drei Anlagen. Diese Standorte sind bereits im kantonalen Richtplan eingetragen und kommen somit für den Bau von Windkraftanlagen infrage.

Weil die beiden Projekte auch regional abgestimmt sein müssen, nahm nun der Regionalverband Suhrental (RVS) dazu Stellung. Er unterstützt die beiden Windparkprojekte. «Ich wäre stolz auf das Suhrental, wenn die verschiedenen Wasser- und Windkraftprojekte einen relevanten Beitrag zur Energiewende leisten könnten», sagt RVS-Präsident Rolf Buchser.

Alle zwölf Verbandsgemeinden haben ihre Stellungnahmen beim RVS eingereicht. Zwei Gemeinden lehnen die Projekte ab. So spricht sich Schmiedrued-Walde gegen das Projekt von der CKW aus. In einer Umfrage hat sich rund ein Drittel der Bevölkerung gegen das Projekt ausgesprochen. Die Gemeinde gewichtet die Argumente der Gegner des Windparkprojekts höher, weil diese fundierter gewesen seien als jene der Befürworter (az vom 27. September). Wiliberg spricht sich gegen das Projekt «uf em Chalt» aus, denn die Gemeinde grenzt unmittelbar an den geplanten Standort. Sie lehnt es vor allem aus Gründen des Landschaftsschutzes und wegen den zu erwartenden Emissionen ab.

Fünf Gemeinden ohne Vorbehalte

Schöftland, Staffelbach, Kirchleerau, Attelwil und Hirschthal sprechen sich ohne Vorbehalte für die Projekte aus, Holziken und Kölliken enthalten sich wegen mangelnder Betroffenheit. Moosleerau, Reitnau und Schlossrued befürworten die Anlagen trotz Vorbehalten. Es sind vor allem Vorbehalte bezüglich der Emissionen, der Beeinträchtigung des Landschafts- und Naturschutzes und der nicht abschätzbaren Folgen für Naherholung und Tourismus. Die Mehrheit der Gemeinden sei der Ansicht, dass die Windkraft toleriert und sogar gefördert werden soll. Die Produktion von alternativen und umweltverträglichen Energien wird laut Verband als positiver Beitrag zur Energiewende gewertet. Vorteile seien auch, dass keine Abfallprodukte entstehen, die Anlagen problemlos zurückgebaut werden können und die Projekte positive Auswirkungen auf das Suhrental haben könnten.

Beim Projekt «uf em Chalt» fehlen laut RSV transparente Daten zu den genauen Emissionswerten und Auswirkungen auf das Landschaftsbild. Dies erschwere eine objektive Beurteilung. Momentan betrage die Gesamthöhe der Anlagen «uf em Chalt» über 200 Meter, dadurch ergebe sich eine neue Ausgangslage.

Gesamthöhe und Anzahl zentral

Der RVS hat die Stellungnahmen der Gemeinden zusammengetragen und gibt nun selbst eine ab: Er unterstützt die Nutzung der Windenergie im Suhrental an den im Richtplan bezeichneten Standorten. Allfällige negative Auswirkungen seien von geringem Ausmass, zeitlich begrenzt und grösstenteils reversibel. Der Regionalverband empfiehlt eine Nachhaltigkeitsbeurteilung, um eine fundierte Bewertung zu erhalten, mit der auch die Auswirkungen auf die Region nachvollziehbar werden.

Zentral seien die Gesamthöhe und die Anzahl der Anlagen. Von den Betreibern werde eine laufende Kommunikation mit transparenten Fakten erwartet. «Weiter wird erwartet, dass allfällige negative Auswirkungen in gewissem Mass kompensiert oder entschädigt werden», so der RVS.

Rolf Buchser würde es begrüssen, wenn die Initianten der beiden Projekte ihre Studien vertiefen könnten. «Sollte die Eignung der Standorte, die Reduktion der negativen Auswirkungen auf ein verträgliches Mass sowie die Wirtschaftlichkeit der Windenergiegewinnung nachgewiesen werden können, würde mich das für die Region und die Initianten freuen», sagt er. «Der damit verbundene Pionier- und Technologiebonus wäre für das Regionalmarketing sicherlich eine Chance.»