Schlossrued
Neuer Gemeindeschreiber – der Handballer im Aargauer Emmental

Peter Lüthy, Handballer, ist der neue, sportliche Gemeindeschreiber. Seine neue Stelle sieht er als grosse Herausforderung. Vorher arbeitete er 13 Jahre lang beim kantonalen Sozialdienst.

Christine Fürst
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Peter Lüthy auf einem Schlossrueder Wanderweg.

Peter Lüthy auf einem Schlossrueder Wanderweg.

Emanuel Freudiger

Er ist Handballer mit Leib und Seele. So sehr, dass Peter Lüthy mit seinen Handball-Kollegen Unihockey nach Handballregeln spielt. Sprich: mehr Körperkontakt, harte Checks. Verstösse, die ein Unihockeyschiedsrichter nie durchgehen lassen würde. Aber in ihrer Turnhalle ist das kein Problem. An den Turnieren müssen sie sich den Regeln wieder anpassen. Logisch, dass der neue Schlossrueder Gemeindeschreiber den Aufstieg in die Nationalliga A des HSC Suhr Aarau mitverfolgt hat.

Sport ist in Peter Lüthys Leben sehr wichtig. Schlossrued kennt er vor allem vom Wandern, bietet doch die Gemeinde im Aargauer Emmental einige Wege dafür an. Doch nun kann Lüthy die Gemeinde von einer anderen Seite kennenlernen. Als neuer Gemeindeschreiber hat er Einblick in die Geschäfte der Gemeinde, organisiert Anlässe, arbeitet für die Einwohner. «Ich bin der Dienstleistungstyp», sagt er von sich selbst. Er organisiert und plant gerne, liebt die vielseitige Arbeit. «Man weiss nie, was einen erwartet, das gefällt mir.»

Seine neue Stelle sieht er als grosse Herausforderung. Vorher arbeitete er 13 Jahre lang beim kantonalen Sozialdienst. In den letzten Jahren bildete sich der 44-Jährige im öffentlichen Gemeinwesen an der Fachhochschule weiter. Den früheren Gemeindeschreiber ad interim, Heinz Glauser, traf er dann zufällig in Aarau. Dieser sprach Lüthy sogleich auf die freie Stelle an. «Ab dann schwirrte sie mir im Kopf herum», sagt Lüthy heute. Mit der neuen Stelle wurde für ihn auch der Arbeitsweg kürzer. Er wohnt in Schöftland und kann nun mit dem Velo zur Arbeit radeln.

Er plant langfristig

«Mir gefällt es sehr und ich habe vor, länger Gemeindeschreiber zu bleiben», sagt Lüthy. Die Mitarbeitenden auf der Verwaltung sollen wieder zu einem eingefleischten Team werden. Nachdem im letzten Jahr Gemeindeschreiberin Michaela Lauener gekündigt hatte und ihre Nachfolgerin nur zwei Monate auf der Verwaltung war, brauche es jetzt Konstanz. Er betont, dass das Team sehr motiviert sei und die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat gut funktioniere.

Auch Gemeindeammann Martin Goldenberger ist froh, dass die Stelle besetzt ist: «Der Gemeinderat freut sich enorm, mit Peter Lüthy endlich eine gestandene Person gefunden zu haben, welche die herausfordernde Arbeit gerne macht und gegenüber dem Gemeinderat ehrlich und loyal ist.» Er schätze seine ruhige und besonnene Art. Lüthy könne nun mithelfen, die Zukunft zu gestalten.

Nach der Klausursitzung ist nun auch klar, wie es mit der Gemeinde weitergehen wird. Es muss gespart werden, denn in Schlossrued sind die Finanzen knapp. «Wir müssen haushälterisch mit unserem Geld umgehen und mit Investitionen vorsichtig sein», sagt Lüthy.

Er habe die Schlossrueder als sehr bodenständig kennen gelernt. Bodenständig ist auch Peter Lüthy selbst. So bewirtschaftet er neben seinem neuen Job den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb in Holziken zusammen mit seinem Bruder. Sie pflanzen Getreide und Mais an und pflegen Hochstammbäume.

Lüthy ist hier verwurzelt: In Holziken ist er aufgewachsen, in Schöftland zur Schule gegangen, in Holziken wiederum hat er auf der Gemeinde die Lehre gemacht. Heute ist er verheiratet und hat zwei Töchtern im Alter von acht und zehn Jahren. Im Ruedertal hat er nun neue berufliche Zelte aufgeschlagen.