Besitzerwechsel
Neue Mutter für die Leaderin KWC

Die Armaturenproduzentin aus Unterkulm gehört neu zu einer Finanzinvestoren-Gruppe aus Hamburg. Verkauft wurde sie mitsamt ihrem bisherigen Besitzer, der deutschen Hanss-Gruppe. Sie regelt mit dem Verkauf die Nachfolge.

Ruedi Mäder
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KWC-Mitarbeiter

KWC-Mitarbeiter

Ein neuer Name in der Schweiz: IK Investment Partners (IK). Dieses gut 20-jährige Private-Equity-Unternehmen aus Hamburg hat den Zuschlag für den Kauf der Stuttgarter Hansa-Gruppe erhalten. Das süddeutsche Familienunternehmen Hansa kontrolliert seit den 80er-Jahren die KWC AG aus Unterkulm.

Verkauf löst Nachfolgeproblem

Mit dem Verkauf regeln die beiden Hansa-Gründerfamilien Göhring und Reh in erster Linie die Nachfolgefrage. Zu welchem Preis, bleibt ihr Geheimnis. Der Deal wurde am letzten Freitag besiegelt. Er steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Kartellbehörden. Die IK erwirbt 99,7 Prozent der Hansa-Anteile.

Die Hansa-Gruppe setzte im Geschäftsjahr 2009 mit rund 1000 Beschäftigten in rund 50 Ländern insgesamt 194 Millionen Euro um. Allein die KWC (mit einem Umsatz von schätzungsweise 110 Mio. Franken) zählt inklusive Vertriebsfirmen in Deutschland, Italien und den USA gegen 400 Arbeitnehmer. Das Aargauer Unternehmen erwirtschaftet rund 70 Prozent seines Umsatzes im Heimmarkt. Hier hat sich die KWC 2009 an die Spitze zurückgekämpft. Im Segment der veredelten Sanitärarmaturen für Küche und Bad folgen die Westschweizer Gruppe Similor/ Kugler sowie Hans Grohe hinter der KWC auf den Plätzen zwei und drei. Deutschland, die USA und die Benelux-Staaten sind heute die vorrangigen Exportmärkte der KWC.

«Topfites» Unternehmen

Das Unternehmen sei «topfit» und mit einem Umsatzzuwachs von 10 Prozent gegenüber 2009 erfreulich unterwegs, kommentierte KWC-Geschäftsführer Roland Gloor gegenüber der az. Seit dem Rekordjahr 2007 musste die KWC vor allem im US-Markt Rückschläge hinnehmen. Diese Einbussen habe man jedoch in anderen Märkten abfedern können. Gloor schloss gestern nicht aus, dass 2010 gar zu einem neuen Rekordjahr werden könnte, dies auch dank Investitionen in die Verjüngung der Produktpalette.

Die Hansa Metallwerke AG mit Zentrale in Stuttgart betreibt in Bayern ihr Hauptwerk und unterhält in der Tschechischen Republik einen Montagebetrieb. Sowohl im deutschen Markt als auch in Österreich nimmt die 99-jährige Hansa eine führende Stellung als Anbieterin von Küchen- und Badarmaturen in Anspruch. Der Fachhandel ist für die Hansa wie auch für die KWC die zentrale Vertriebsschiene. Im Unterschied zur Schweizer Tochter befindet sich die Hansa in einer Turnaround-Situation.

Hansa-Gruppe soll klar wachsen

Seit dem Frühling gaben sich eine ganze Reihe von Kaufinteressenten bei der Hansa die Ehre. Heute bezeichnet Hansa die IK als «idealen Partner für das Wachstum und die Zukunftssicherung» ihrer Marken Hansa und KWC. IK-Managing Partner Detlef Dinsel attestiert der Hansa-Gruppe «enormes Potenzial». Ein Umsatzwachstum auf 400 bis 500 Millionen Euro, in einer zweiten Phase auch durch Akquisitionen, sei vorstellbar. IK zeigt sich entschlossen, im Rahmen der weiteren Konsolidierung der Armaturenbranche einen aktiven Part zu übernehmen.