Seit sechs Jahren gibt es die Spitex Suhrental Plus. Und bereits ist sie zu einer stattlichen Grösse angewachsen. Aktuell beschäftigt sie 121 Personen, wie sie in ihrem Jahresbericht schreibt. In allen fünf Dienstleistungsbereichen (Grundpflege, Behandlungspflege, Psychiatrie, Palliative Care und Hauswirtschaft) ist der Bedarf im letzten Jahr gewachsen, es wurden also mehr Stunden verbucht als im Vorjahr. Am Standort Muhen bezogen die Mitarbeiter aufgrund des Wachstums im Februar 2018 zusätzliche Büroräume. Aktuell zählt die Organisation 1034 Klienten, die im vergangenen Jahr 53 087 Leistungsstunden bezogen hatten.

Die Suhrentaler Spitex umfasst 17 Gemeinden zwischen Unterentfelden und Reitnau (plus dem Ruedertal) mit insgesamt 38 000 Einwohnern. Im Bereich Palliativpflege (die umfassende Betreuung Sterbender) geht das Einzugsgebiet mit 32 angeschlossenen Gemeinden (140 000 Einwohner) gar weit über das Suhrental hinaus. Im Frühling 2017 nahm die Spitex Suhrental Plus die Palliativpflege als neuste Dienstleistung in den Katalog auf. Seit Beginn war ihr Regionales Palliative Zentrum auch für die Region Zofingen zuständig. Seit Mitte November 2018 ist es das auch für die Region Aarau (Aarau, Buchs und Suhr). Es übernimmt ein Gebiet der Spitex Aare Nord, die ihr Palliative Zentrum für die Region Aarau aus Kostengründen schloss.

Auch 2018 neu entstandene Sorgen der Pflegedienstleister werden im Jahresbericht behandelt. Das Bundesgericht entschied, dass Materialien wie Verbände und Drainagen nicht mehr von den Krankenkassen getragen werden. Wie es im Jahresbericht heisst, entstanden deshalb Mindereinnahmen. Nur weil die Gemeinden für diese aufgekommen seien, habe die Jahresrechnung mit einer schwarzen Null abschliessen können.

Wechsel in der Leitung

2019 erlebt die Spitex Suhrental Plus ihren ersten Führungswechsel. Daniel Weber, der die Organisation aufgebaut hatte, lässt sich mit 60 Jahren frühzeitig pensionieren. Webers Wurzeln liegen in der Hotelerie, wo er auch seine ersten Erfahrungen als Geschäftsführer gesammelt hatte, bevor er ins Gesundheitswesen wechselte. «An meinem ersten Arbeitstag bestand die Spitex einzig aus mir, einem Notebook sowie einem Büroarbeitsplatz», erinnert sich Weber im Jahresbericht an die Anfänge.

In den sechs Jahren seines Wirkens steigerten sich die Pflege-Leistungen jährlich um über 10 Prozent, wuchs die Bürofläche um einen Drittel und wurden Angebote in Hauswirtschaft und Palliativpflege in den Katalog aufgenommen. Zudem erfolgte Ende 2018 der Wechsel hin zu elektronischen Klientendossiers.

Als Nachfolgerin hat der Vorstand unter Präsidentin Sonja Morgenthaler und Vizepräsidentin Regina Lehmann die deutsche Betriebswirtin Simone Jeitner (52) erkoren. Sie bringe «eine fundierte Ausbildung, langjährige Führungserfahrung in der Leitung von Spitälern sowie gute Kenntnisse im Gesundheitswesen» mit. Jeitner, die ihre Stelle am 1. Mai antritt, blickt auf 23 Jahre als Geschäftsführerin in Pflegeheimen, Reha-Kliniken und Spitälern zurück. Sie habe sowohl vom Beruf her als auch als Angehörige von Betreuten Einsicht ins Gebiet erhalten, «was mir auch nochmals einen anderen Blickwinkel eröffnet hat», sagt sie.

Fusion aus Notwendigkeit

Die Spitex Suhrental Plus existiert seit Januar 2013. Damals schlossen sich fünf Spitex-Organisationen des Suhren-, Rueder- und Uerkentals zusammen. Die Fusion hatte sich wegen der steigenden Anforderungen an die Spitex aufgedrängt. Da sich immer mehr Personen zu Hause betreuen lassen und tendenziell später im Leben in ein Alters- oder Pflegeheim eintreten, ist auch die Nachfrage nach Pflegefachleuten und Hauswirtschaftspersonal gestiegen. Als einzige Gemeinde der Region ist Holziken nicht Teil des fusionierten Spitexvereins.