«Auf Kurs trotz zwei Hochwassern» sei das Kraftwerk, sagt Willy Ernst, Präsident der Elektrizitäts- und Wasserkommission. Pro Jahr soll es Strom für rund 110 Haushalte liefern: 420'000 Kilowattstunden. Das erklärt der Betriebsleiter Reto Baumberger. Dank kostendeckender Einspeisevergütung (KEV) sei der Betrieb für 20 Jahre gesichert. Beiträge sind auch für den extra gebauten Fischaufstieg zu erwarten, doch brauche es dazu eine Erfolgskontrolle mit Chips und Antennen, so Ernst.

Kleinstrukturen für Tiere

Nun geht es darum, die Umgebung wieder naturnah zu gestalten, nachdem für den Bau auch Bäume und Sträucher weichen mussten. Hanspeter Lüem, beim Kanton für die Gewässer zuständig, erklärt den rund 20 Personen, vorab Naturschützer und Jäger, die Bedeutung einer Hecke für die Vernetzung der Lebensräume von Tieren: Fuchs, Igel, Wiesel, Kröten, Blindschleichen. Aber auch Vögel wie Goldammer, Neuntöter oder Zaunkönige bräuchten solche Kleinstrukturen. Es ist Knochenarbeit. Zuerst werden Löcher gegraben in die harte, trockene, zuweilen lehmige und steinige Erde, dann kommen die Pflanzen in den Boden: Schwarzdorn, Kreuzdorn, einheimische Heckenrosenarten, Schneeball. Und einige Schwarzerlen, die, so Lüem, «einzige Baumart, die mit den Wurzeln ins Wasser geht». Unter Anleitung von Ueli und Patrick Meyer aus Teufenthal wird gegraben und gesetzt. «Grabt tief genug», mahnt Hanspeter Lüem. Es ist heiss; man hat auch Spritzkannen dabei, um den Wurzeln ein Anwachsen zu erleichtern.

Schweisstreibende Arbeit

Vor allem Männer und Frauen vom Natur- und Vogelschutzverein und Jäger legen tüchtig Hand an. Jägerin und SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger kommt beim Hacken ins Schwitzen, und auch der 13-jährige Lukas Häusermann wird von Lüem mit Pflanzen bedient. Wichtig: Die Wurzeln brauchen feines Material. Steine kommen obendrauf, wenn der Boden angestampft ist; sie können gegen das Austrocknen helfen. Bei aller Arbeit ist auch Zeit zum Plaudern, und der Jäger Urs Henzmann erweist sich auch als gewiefter Imker. Der Lohn für die Arbeit zeigt sich Monate und Jahre später, wenn die Pflanzen spriessen. Und nach der Pflanzaktion, wenn bei gemütlichem Beisammensein Wurst und Getränke verinnerlicht werden.