Holziken
Neubau Ja oder Nein: Jetzt entscheidet Gmeind

Die Demission von Gemeinderat Claude Georges beeinflusst die Schulraumplanung nicht – der Gemeinderat hält an seinen Plänen fest.

Christine Fürst
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Hat das Schulhaus Hueb ausgedient? Ein Neubau soll entstehen.

Hat das Schulhaus Hueb ausgedient? Ein Neubau soll entstehen.

Peter Weingartner

Über drei Millionen sollte der neue Dreifachkindergarten in Holziken kosten. Einen neuen Kindergarten braucht es, weil der jetzige zu alt und zu klein ist. Das Projekt wurde im Februar 2014 vorgestellt, im März sollte an einer ausserordentlichen Gmeind darüber abgestimmt werden. Ziel war es, den Kindergarten Anfang 2016 zu beziehen. Doch an der Gmeind beantragte der Gemeinderat einen Rückweisungsantrag für das Projekt, weil Sparmöglichkeiten geortet wurden.

Der Rückweisung wurde zugestimmt und dem Gemeinderat wurde der Auftrag gegeben, bis an die ordentliche Gmeind im Juni 2014 ein bereinigtes Projekt vorzulegen. An jener Gmeind wurde jedoch nicht darüber abgestimmt, sondern lediglich informiert. Der Gemeinderat habe gemerkt, dass mehr Zeit benötigt wird, so die Begründung. Man wollte an der Wintergmeind über das Projekt abstimmen.

Soweit kam es nicht, denn das Projekt wurde sistiert. Grund dafür lieferte die Stiftung Schürmatt, welche in Holziken den Kooperativen Kindergarten zusammen mit der Schule betreibt. Sie gab bekannt, dass sie im Neubau keinen langfristigen Mietvertrag abschliessen könne. Dies wiederum hiess für die Gemeinde, dass ohne jährlichen finanziellen Beitrag der Stiftung kein Neubau zu realisieren war.

Es hiess: Zurück auf Feld eins. An der letzten Wintergmeind gab der Gemeinderat bekannt, dass man sich für ein neues Projekt entschieden habe, welches der gesamten Schulraumproblematik Rechnung trägt. Dies mit dem Ziel, Schulraum für die nächsten 20 Jahre sicherzustellen. Für das neue Projekt wollte man die bis jetzt gemacht Pläne zum Kindergartenneubau einfliessen lassen.

Es wurde eine Planungs- und Baukommission Schulraum gegründet. Sie wurde von Gemeinderat Claude Georges präsidiert. Ziel war es, an der Sommergmeind 2015 den Planungskredit zu unterbreiten und bis spätestens im Februar 2016 den Baukredit beschliessen zu können.

Neuwahlen im Oktober

Zwischenzeitlich hat Gemeinderat Claude Georges seine Demission eingereicht, nachdem es innerhalb des Gemeinderates zu Unstimmigkeiten gekommen war. Dies haben Claude Georges und auch Ammann Peter Lüscher bestätigt. Der Grund liegt im Projekt Schulraumplanung. Georges wird bis zu den Neuwahlen am 18. Oktober im Amt bleiben. Per sofort tritt er aber als Präsident der Planungs- und Baukommission Schulraum Holziken zurück. Das Departements Volkswirtschaft und Inneres (DVI) hat dem Rücktrittsgesuch von Georges stattgegeben.

Die Demission werde jedoch das Projekt Schulraumplanung Holziken nicht beeinflussen, das versichern Claude Georges und auch Gemeindeammann Peter Lüscher. Wer die Planungs- und Baukommission Schulraum Holziken künftig präsidieren wird, ist noch offen.

An der kommenden Gmeind wird nicht über die Genehmigung des Kredits und die Vergabe des Architektenhonorars für eine bereits vom Gemeinderat vorgegebene Projektausführung entschieden. Sondern es wird einen Richtungsentscheid für oder gegen einen Neubau geben. «Der Gemeinderat ist bestrebt, im Sinne der ganzheitlichen Schulraumplanung ausschliesslich ein Projekt weiter zu verfolgen, welches dem Willen der Bevölkerung entspricht», heisst es in der Botschaft. Abstimmen wird die Gmeind über die Kreditabrechnung «Projektierung Kindergartengebäude». Jenes Gebäude also, welches für drei Millionen hätte gebaut werden sollen und nun nicht realisiert wird. Genehmigt war ein Kredit von 120 000 Franken, gekostet hat die Projektierung rund 161 000 Franken. 35 000 Franken hat die Stiftung Schürmatt bezahlt, netto hat die Gemeinde rund 126 000 Franken investiert.