Prozess

Nebel-Raser von Birrwil muss fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis

Ein riskanes Überholmanöver endete im Dezember 2013 mit einer heftigen Kollision.

Ein riskanes Überholmanöver endete im Dezember 2013 mit einer heftigen Kollision.

Der Bosnier, der im Dezember 2013 bei Nebel und Dunkelheit überholte und einen Rollerfahrer tödlich verletzte, muss hinter Gitter. Das Bezirksgericht Kulm verurteilte den sogenannten «Nebel-Raser von Beinwil» zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis.

Bei dichtem Nebel und Dunkelheit hat ein damals 28-jähriger Bosnier im Dezember 2013 bei einem riskanten Überholmanöver im Seetal einen Rollerfahrer frontal erfasst. Der 61-jährige Schweizer erlitt schwerste Beinverletzungen und verstarb später im Spital. Heute Dienstag musste sich der Unfallverursacher vor dem Bezirksgericht Kulm verantworten.

Nun ist klar: der sogenannte "Nebel-Raser von Beinwil" muss ins Gefängnis. Das Gericht verurteilte ihn zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis wegen eventualvorsätzlicher Tötung. 

Der Staatsanwalt hatte für den Unfallfahrer eine siebenjährige Gefängnisstrafe gefordert. Er sprach in seinem Plädoyer von einem "absoluten Blindflug" und sah den Tatbestand der eventualvorsätzlichen Tötung als erfüllt. Zudem beantragte der Staatsanwaltschaft Sicherheitshaft für den Bosnier, weil sich dieser sonst möglicherweise in sein Heimatland absetzen könnte.

Nebelraser-Prozess von Beinwil

Nebelraser-Prozess von Beinwil

Trotz dichtem Nebel und eisglatter Fahrbahn überholte ein Bosnier im Dezember 2013 und tötete einen Rollerfahrer bei einer Frontalkollision. Heute stand er vor Gericht.

Der Verteidiger plädierte auf eine viel mildere Strafe für seinen Mandanten - es handle sich um fahrlässige Tötung, deshalb sei höchstens eine bedingte Haftstrafe von 20 Monaten zu verhängen. 

Der Bosnier war am 17. Dezember 2013 gegen 6 Uhr morgens ausserorts zwischen Beinwil und Birrwil bei dichtem Nebel, Dunkelheit und Minusgraden gerade dabei, zwei Autos zu überholen, die den schwierigen Strassenverhältnissen angepasst fuhren. Da tauchte aus dem Nebel plötzlich ein Roller auf, den der fehlbare Autolenker frontal erfasste.

Eines der korrekt fahrenden Autos wurde vom weggeschleuderten Motorrad gestreift. Wegen des Unfalls musste nicht nur die Strasse gesperrt, sondern auch der Bahnbetrieb unterbrochen werden. Der Unfallfahrer war auf das Trassee der parallel verlaufenden Seetalbahn ausgewichen, um den Zusammenprall zu verhindern. Vergebens.

Schwerer Unfall im Morgennebel von Birrwil

Schwerer Unfall im Morgennebel von Birrwil

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1