«Ich kann euch verraten, es ist vorgesehen, dass auch Pferde auftreten», versprach Antonia Riz. Rund 50 Personen nahmen am Mittwochabend an der Infoveranstaltung zum Theater «Julie oder die Gerechtigkeit» teil und die Regisseurin weckte in vielen die Lust mitzumachen. «Es braucht viel Herzblut und ich hoffe auf begeisterte Leute», beschwor Riz. 

Im nächsten Jahr wird der Gemeinnützige Frauenverein Schöftland 111 Jahre alt. «Eine solch krumme Zahl muss man feiern», verkündete Dorothee Doswald, Präsidentin des Vereins. So entstand die Idee, das Leben von Julie von May von Rued in einem Theaterstück darzustellen.

Dass Julie (1808– 1875) auf dem Schloss Rued lebte und engagiert für die Gleichberechtigung der Frauen kämpfte, machte sie für den Frauenverein zur idealen Hauptfigur. Zwischen dem 19. August und dem 10. September 2016 soll das Theater im Schlosshof aufgeführt werden, als Spieltage sind Mittwoch, Freitag und Samstag vorgesehen.

Viel Vorbereitungsarbeiten haben das OK und der kürzlich gegründete Verein «Theater Julie» bereits geleistet. Das Konzept steht, erste Sponsoren haben ihre Unterstützung zugesagt, um die budgetierten Ausgaben von 140 000 Franken tragen zu helfen. Der Eintrittspreis soll so tief gehalten werden, dass sich möglichst viele einen Theaterbesuch leisten können.

Profischauspielerin in Hauptrolle

Nun hat die Suche nach Laiendarstellern und Helfern begonnen. Die Hauptrolle übernimmt die Profischauspielerin Anouk Plattner. «Sie wird Julie im Alter von 30 bis 65 Jahren darstellen. Für diese anspruchsvolle Aufgabe haben wir einen Profi verpflichtet», erklärte Dorothee Doswald und fügte hinzu, dass die Laiendarsteller von der Zusammenarbeit mit ihr wie auch von den Anleitungen der erfahrenen Regisseurin Antonia Riz profitieren können.

Peter Weingartner, der Autor des Stücks, und Antonia Riz machten die Besucherinnen und Besucher der Infoveranstaltung gluschtig auf das Theater. «Es ist keine Geschichtslektion über Julie von May, sondern zeigt ein Bild der Zeit zwischen 1835 und 1870», versprach Weingartner. So wird neben den Schlossbewohnern die Masse des Volkes, das zu jener Zeit im Ruedertal sehr arm war, auftreten. «Das Thema ist zwar ernst, aber das Stück ist auch lustig und man soll schmunzeln können», so Peter Weingartner.

«Das Theater soll das Leben widerspiegeln, Bilder müssen entstehen und viel wird miteinander verflochten», erklärte Riz. «Nicht nur die Sprechrollen sind wichtig, sondern auch der grosse Einsatz beim Spielen selbst.» Als Gegensatz zur adeligen Julie brauche es beispielsweise einen Schelm, Tratschweiber oder ein Kind, das sich getraue, einen Fisch zu stehlen.

Bereits an der Infoveranstaltung konnten sich Interessierte als Darsteller oder Helfer vormerken lassen. Am 21. Oktober werden bei einer ersten Lesung die Rollen zugeteilt, anschliessend beginnen bereits die Proben.