Holziken

Nachts um 1.28 Uhr: Der Biber tappt an der Uerke in die Fotofalle

Mit einer Wildkamera hat der Holziker Hanspeter Haller auf seinem Grundstück einen Biber fotografiert und gefilmt. Findet der Biber genügend Futter an der Uerke, könnte er dort sesshaft werden.

Meist kommt er nach Mitternacht, tut sich genüsslich an den schrumpligen Äpfeln und nagt an den beindicken Bäumen. Zwischen Holziken und Uerkheim hat Hanspeter Haller Spuren des Bibers am Lauf der Uerke gesichtet. Als der Holziker die angenagten Bäumen gesehen hat, war für ihn klar, dass hier ein Biber am Werk ist. «Mich stört der Biber nicht, dank seiner Arbeit muss ich am Bachbord weniger holzen», sagt er. «Aber mich hat es interessiert, wann der Biber unterwegs ist und was er so macht.»

An der Uerke zwischen Holziken und Uerkheim ist ein Biber unterwegs und mit einer Fotofalle wurde er gefilmt.

An der Uerke zwischen Holziken und Uerkheim ist ein Biber unterwegs und mit einer Fotofalle wurde er gefilmt.

Deshalb hat er im Internet eine Wildkamera erstanden, sie auf seinem Grundstück an der Uerke installiert und gewartet. Am 11. Februar war es so weit: Um 1.28 Uhr tappt der Biber in die Falle und wird beim Nagen fotografiert. Am 23. Februar kann Haller den Biber gar beim Fressen der Äpfel filmen.

Biber ist ein Jungtier

Biber seien häufig an Seitengewässern anzutreffen, sagt Christian Tesini von der Sektion Jagd und Fischerei. Er betreut das Biberdossier und er weiss: «Im letzten Jahr wurde an der Uerke kein vom Biber besetztes Revier registriert.» Die Uerke werde jedes Jahr von Experten angeschaut, denn Spuren des Bibers habe man immer wieder gefunden. Jedoch sei er dann auch wieder verschwunden. «Bei kleineren Gewässern ist das Konfliktpotenzial viel grösser», sagt er. Denn der Biber habe einen starken Einfluss auf die Gewässer, je nach Sichtweisen im positiven oder im negativen Sinn.

Biberexperte Andres Beck hat sich bereits auf die Spuren des Holziker Bibers gemacht. Es sei ein Jungtier, das sich von den Eltern lösen musste. «Die Frage ist, ob er entlang der Uerke genügend Futter findet, um sich langfristig anzusiedeln», sagt er. Normalerweise würden sich die Biber an grösseren Flüssen ansiedeln, doch diese Reviere seien in der Region besetzt. Schon einmal habe sich ein Biber in Oberentfelden an der Uerke niedergelassen, nach einem Jahr sei er aber wieder verschwunden.

Am 28. Juni wird vom Natur- und Vogelschutzverein Holziken und vom Naturschutzverein Uerkental eine gemeinsame Exkursion zum Thema Biber durchgeführt. Auch Biberexperte Beck wird vor Ort sein. Wer weiss, vielleicht hat der Biber bis dann sein Revier an der Uerke bezogen.

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