Nach zwei Monaten und zwei Wochen liegt Hündin Maxim wieder auf ihrem Plätzchen bei Heidi Azali in Reinach. «Ich bin überglücklich und erleichtert», sagt die Gründerin und Leiterin des Tierheims «Gerettete Tiere suchen ein Zuhause». Heidi Azalis Ziel ist es, ein Daheim für heimatlose Hunde zu finden. Die 6-jährige Maxim hätte in Wittnau eines haben können und war deshalb zur Probe dort. Doch nach sechs Stunden nahm die Hündin Reissaus und war seit dem 5. Juni unterwegs.

Die Spur der Ausreisserin konnte die Tierheimleiterin verfolgen. Hinweise erhielt sie, da in diversen Ortschaften Flugblätter hingen. Auf ihrem Irrlauf hat Maxim etliche Kilometer zurückgelegt. So ist sie von Wittnau nach Oberhof und weiter nach Effingen gelaufen. Von dort wurde Maxim unter anderem in Linn, Oberflachs, Hunzenschwil, Wildegg, Villnachern, dann wieder in Hunzenschwil und einige Male an verschiedenen Tagen in Suhr gesehen, von wo es sie nach Gränichen, Teufental, Oberentfelden, Schöftland und Bottenwil zog. Mitte Juli wurde die Hündin auch in Rothrist gesichtet. Später wurde sie einige Tage in Stallikon im Kanton Zürich entdeckt. Trotz Anfüttern und Lebendfalle liess sich Maxim partout nicht einfangen. «Als sie auch dort weglief war ich sehr verzweifelt», gesteht Heidi Azali.

Nachts Wache gehalten

Danach zog es Maxim nach Seon, wo sie wiederum von Azalis Freunden auf der Wiese oberhalb ihres Hauses gesehen wurde. Wie schon so oft richtete Azali erneut eine Lebendfalle mit Futterstelle ein. Zudem eine zweite Futterstelle bei ihrem Auto, das sie dort stehen liess.

Heidi Azali liess nichts unversucht, hielt nachts bei ihrem Auto Wache und Freunde konstruierten verschiedene Lebendfallen. «Maxim blieb stets vor Ort. Sie hat sogar einmal neben dem Auto geschlafen», erinnert sich Heidi Azali. Doch die Hündin blieb vorsichtig. Als drei Monate alter Welpe landete sie in einem Tierheim in Rumänien. Von dort hat Heidi Azali sie als 6-jährige Hündin rausgeholt und Anfang April auf ihren Hof mitgenommen. Hier leben heimatlose Hunde zusammen mit anderen Tieren. «Glücklicherweise konnten wir vom Tiersuchverein K9 eine riesige Lebendfalle ausleihen», erzählt Heidi Azali, die sich aber weiterhin gedulden musste und jeden Tag von Reinach nach Seon fuhr.

Am Sonntag vor einer Woche geriet Maxim in die riesige Lebendfalle. «Ich wagte nicht, es zu glauben. Deshalb schickten mir Freunde mit dem Handy ein Bild, auf dem sie unverkennbar drauf war», erzählt Heidi Azali. Ob Maxim nun für immer bleibt, lässt die Tierheimleiterin offen. «Zuerst soll sich der Hund von den Strapazen erholen.»