Schöftland

Nach Zeichen gegen Überbauung: Die «Hegmatte» bleibt auch nach der Gmeind ein heisses Eisen

Auf dem Gebiet Hegmatte in Schöftland sollen neue Betriebsgebäude für die WSB entstehen.

Auf dem Gebiet Hegmatte in Schöftland sollen neue Betriebsgebäude für die WSB entstehen.

Nach dem überraschenden Gmeind-Entscheid ist der Grosse Rat am Zug. Es stellt sich auch die Frage, ob die Überbauungsgegner nun, da die Gmeind den Antrag auf eine Landschaftsschutzzone für die «Hegmatte» angenommen hat, ihre Gemeindeinitiative zurückziehen werden.

«Die BNO als Gesamtwerk» ist bewilligt», sagte Gemeindeammann Rolf Buchser am Dienstag, am Tag nach der denkwürdigen Gemeindeversammlung. «Das ist ein grosser Erfolg für den Gemeinderat. Ich gehe nicht davon aus, dass ein Referendum ergriffen wird.» Und was ist mit der «Hegmatte»?

Aus Sicht des Gemeinderates gibt es bei der Planung seit anderthalb Jahren einen Marschhalt. Diese Pause wird nun weitergehen. «Wir werden auf den Richtplanentscheid des Grossen Rates warten», erklärt Buchser. Sagt das Kantonsparlament Nein, ist das Thema vom Tisch, sagt es Ja, wird die Teilrevision eingeleitet. Natürlich unter Berücksichtigung des vorgestrigen Entscheids, der eine Umzonung in die Landschaftsschutzzone verlangt. Doch es könnte sein, dass sich im Verlaufe des Planungsverfahrens herausstellt, dass die Landschaftsschutzzone nicht umgesetzt werden kann.

«Ein Zeichen gesetzt»

Die Gefahr, dass der kantonale Richtplanprozess dem Wunsch der Gemeindeversammlung einen Strich durch die Rechnung macht, sieht auch Severin Lüscher. Der Schöftler Grossrat (Grüne) ist einer der führenden Köpfe des Vereins «Pro Landwirtschaftszone Hegmatte» und gehört zu den grossen Gewinnern vom Montagabend. Der Verein hatte die Gemeindeinitiative zum Schutz der Hegmatte-Überbauung eingereicht und liess durch sein Mitglied Eduard Jakob an der Gmeind den Antrag auf Teilrückweisung der BNO zwecks Landschaftsschutzzone für die «Hegmatte» stellen. «Ich würde den Einfluss dieses Entscheides auf die Raumplanung des Kantons nicht überschätzen», sagte er am Dienstag gegenüber der AZ.

Trotzdem wirkt Lüscher zuversichtlich. Er hofft, dass seine Grossratskollegen die dritte Vorgehensweise (nebst Ja oder Nein zum Richtplaneintrag) wählen und stellt bereits folgendes Szenario in den Raum: «Was macht der Schöftler Gemeinderat, wenn der Grosse Rat den Richtplaneintrag zurückstellt, bis Schöftland über die Landschaftsschutzzone befunden hat?»

Deshalb war es oberstes Ziel der «Hegmatte»-Überbauungsgegner, dem Grossen Rat zu signalisieren, dass der Widerstand gegen den Richtplaneintrag heftig ist. «Unseren Erfolg sehe ich darin, dass wir an der Gemeindeversammlung über das Thema ‹Hegmatte› sprechen konnten. Wir haben einen grossen Aufwand betrieben, um dieses Thema an die Gemeindeversammlung zu bringen», sagt Lüscher.

Dieser Aufwand lohnte sich. Nicht nur drängte sich am Montag 453 Stimmbürger (15 Prozent der Stimmberechtigten) in die Bez-Aula, sie sprachen sich auch grossmehrheitlich für die Umwandlung der «Hegmatte» in eine Landschaftsschutzzone aus. «Es ist ein gutes Gefühl, dass wir gespürt haben, dass die Leute das Thema mittragen und deshalb an die Gemeindeversammlung gekommen sind.» Und weiter: «Es wurde ein Zeichen gesetzt, dass man haushälterisch umgehen muss mit den Ressourcen, sie sich nicht regenerieren lassen.»

Kein Rückzug der Initiative

Werden die Überbauungsgegner nun, da die Gmeind den Antrag auf eine Landschaftsschutzzone für die «Hegmatte» angenommen hat, ihre Gemeindeinitiative (mit dem selben Begehren) zurückziehen? Lüscher ist vorsichtig: «Erst, wenn die BNO-Teiländerung zum Hegmatte-Gebiet vor das Volk kommt und sie im Sinne der Initiative ist, ist die Zeit über einen Rückzug nachzudenken.»

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