Es sind noch nicht ganz alle Gemeinden ausgezählt, als um 15 Uhr die Grossratskandidatin Martina Bircher in der gemieteten Musigburg bereits strahlend Hände schüttelt und vor allem die vielen Unterstützer umarmt, die ihr freudig, teilweise gerührt gratulieren. Nicht nur SVP-Mitglieder, sondern auch andere Dorfbewohner und Unterstützer aus anderen Kantonen.

«Ja, jetzt muss viel geschehen, dass es nicht reicht», sagt die 32-Jährige lachend und wird gleich von rennenden Kindern unterbrochen, die auf sie zu kommen. «Dörfemr es Autogramm vo dir ha?», sagt ein knapp 9-jähriges Mädchen mit blonden Zöpfen und hält ihr ein Flyer hin.

Martina Bircher strahlt und gibt geduldig Autogramme. Ehe die Kinder wieder wegrennen, um im Foyer «Blinde Kuh» zu spielen, bekommt sie eine Zeichnung auf einem SVP-Post-It geschenkt. Eine mehr. Auf der Theke häufen sich die Blumen und einzelne Kinderzeichnungen. Stummgeschaltet läuft die Tele-M1-Sendung zu den Wahlen. Aus dem Lautsprecher tönen Schweizer Hits wie «Louenesee».

Drei von Vier wählten Bircher

Ein Kommen und Gehen ist im Lokal. Jeder und Jede kriegt aber eine persönliche Umarmung von der Gewinnerin. Mit 5615 Stimmen erreichte sie den dritten – wegen 48 Stimmen knapp nicht den zweiten – SVP-Platz und zieht in den Grossen Rat. In Aarburg stand auf 767 der eingegangen 1012 Stimmzetteln ihr Name. «Das habe ich bis jetzt noch nie erlebt» habe ihr am Mittag der Gemeindepräsident gesagt, als er ihr gerührt das Wahlergebnis zu Hause vorbeibrachte. Es geht also mit der steilen Karriere weiter.

Welche Ambitionen hat die Gemeinderätin von Aarburg? «Ich bin offen für Gespräche mit der Partei bezüglich einer Nationalratskandidatur», sagt sie, als sie gefragt wird. «Ich lasse es jetzt mal auf mich zukommen.»

Glücklicherweise habe sie mit der Post einen Arbeitgeber, der sie unterstützt. Als Projektleiterin mit einer 80-Prozent-Anstellung könne sie auch oft Home-Office machen. Es sei halt alles eine Sache der Organisation.

Grafik: Elia Diehl